Medienberichten zufolge begründete der Richter seine Entscheidung mit Fluchtgefahr.
Nach Informationen der französischen Zeitung "Le Monde" war der in New York festgenommene Strauss-Kahn in der Stadt, um seine Tochter zu treffen. Strauss-Kahn habe seine Hotelrechnung um 12.28 Uhr bezahlt und sich anschließend mit seiner Tochter zum Essen getroffen, berichtete die Zeitung (Dienstag). Die Polizei hatte nach CNN-Angaben erklärt, das Zimmermädchen habe die Suite Strauss-Kahns gegen 13 Uhr Ortszeit betreten, ohne zu wissen, dass sich dort jemand aufhalte. Anschließend habe der IWF-Chef die Frau attackiert.
Laut "Le Monde" fuhr Strauss-Kahn nach dem Essen mit seiner Tochter direkt zum Flughafen. Um 15.40 Uhr habe er für den Flug nach Paris eingecheckt, der eine Stunde später starten sollte. Das Ticket habe er lange im Voraus gebucht. Französische Medien betonten, Strauss-Kahn könne jede Air-France-Maschine auch kurzfristig nutzen.
In Paris habe Strauss-Kahn politische Gespräche mit Blick auf die Präsidentschaftswahl führen wollen, bei der er als aussichtsreichster Kandidat galt, berichtet "Le Monde". Bislang hat er seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt. Anschließend wollte er am Sonntag nach Berlin weiterreisen, um sich dort mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen.
Nach Informationen des französischen Radiosenders RMC wollen Strauss-Kahns Anwälte demnächst Beweise für das Essen mit seiner Tochter vorlegen. Nach ihrer Ansicht bietet das Essen ein Alibi für den Zeitpunkt des mutmaßlichen Vergewaltigungsversuchs. Die Anwälte wollten außerdem argumentieren, dass das Zimmermädchen möglicherweise ein finanzielles Interesse gehabt habe, den IWF-Chef der versuchten Vergewaltigung zu beschuldigen, berichtete RMC. Die Anwälte bestätigten dies zunächst nicht.
Wer ist das Zimmermädchen?
Über die Frau, die Währungsfonds-Chef Dominique Strauss-Kahn der versuchten Vergewaltigung beschuldigt, ist wenig bekannt. Nicht einmal der Name der 32-Jährigen ist in der Öffentlichkeit, Polizei und Arbeitgeber verweigern jede Auskunft. Als sie nach der Identifizierung Strauss-Kahns die Polizeistation verließ, wurde ihr Kopf mit einer Decke verhüllt. Ein paar Details drangen aber dennoch an die Öffentlichkeit.
Demnach ist die Frau in Afrika geboren und wohnt seit ein paar Monaten in der Bronx, einem der ärmeren und zum großen Teil von Einwanderern bewohnten Stadtviertel New Yorks. Sie soll eine Tochter im Teenager-Alter haben. "Das sind gute Leute", sagte ein Nachbar der "New York Times". "Sie hat nie irgendwelche Probleme gemacht. Nie laut, immer nett."
Die Zeitung zitiert auch eine Kollegin des Zimmermädchens. Demnach sei die 32-Jährige ein guter Mensch. Allerdings habe das Hotel seine Angestellten aufgefordert, die Frau nicht auszufragen, wenn sie wieder zur Arbeit komme. "Die Verwaltung hat gesagt: Fragt nicht so viel, sie hat es schwer genug", sagte die Angestellte. "Umarmt sie einfach, wenn sie wieder da ist." dpa