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Welt-Aids-Tag: Hunderte kleiner Mädchen werden vergewaltigt

Welt-Aids-Tag

Hunderte kleiner Mädchen werden vergewaltigt

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    Hunderte kleiner Mädchen werden vergewaltigt
    Hunderte kleiner Mädchen werden vergewaltigt Foto: Andrea Kümpfbeck

    Von Andrea Kümpfbeck - Teil 2 Die Lebenserwartung in Sambia ist in den vergangenen 15 Jahren von 60 auf 33 Jahre zurückgegangen - die zweitniedrigste der Welt. Die Zahl des Kindesmissbrauchs dagegen ist in die Höhe geschossen:

    Denn immer noch, sagt Renee Marini, hält sich der Mythos, dass sich Aids durch sexuellen Kontakt mit einer Jungfrau heilen lässt. Hunderte kleiner Mädchen würden vergewaltigt, Nichten, Töchter, Säuglinge sogar.

    750.000 Aids-Waisen gab es 2006 in Sambia, für das Jahr 2015 wird mit einer Million gerechnet. Jedes dritte Kind, sagt Renee Marini, wird dann ohne Eltern aufwachsen.

    Die Aids-Epidemie in Afrika ist eine der großen Tragödien unserer Zeit - 28 Millionen Menschen werden nach aktuellen Expertenschätzungen anlässlich des morgigen Welt-Aids-Tages in den nächsten vier Jahren in Afrika daran sterben.

    Denn anders als in den westlichen Industrienationen, in denen die HIV-Infektion inzwischen dank moderner Medikamente zu einer chronischen Krankheit mit guten Chancen auf jahrzehntelanges Überleben geworden ist, definiert die Seuche in Afrika die Demografie der Länder neu, sagt Kevin Dowling.

    Dowling ist Bischof von Rustenburg, einige hundert Kilometer nordwestlich von Johannesburg. In der Gegend, wo die weltweit wichtigsten Platin-Vorkommen abgebaut werden, wo Wanderarbeiter bis aus dem Kongo sich niederlassen und die Prostitution blüht, ist die Infektionsrate die höchste in ganz Südafrika. Einer von neun Südafrikanern ist heute schon infiziert, in Rustenburg jeder vierte.

    Vor zehn Jahren hat Dowling in Phokeng das Topologo-Hospiz eröffnet - ein Sterbehaus für Aids-Kranke, dessen Namen übersetzt "Ort der Ruhe und des Friedens" heißt. Mit einem einfachen Raum hat Dowling angefangen. Inzwischen hat das Hospiz 40 Betten. Die sind immer belegt.

    An den Wänden hängen bunte Schmetterlinge. Die sonnengelbe Bettwäsche soll ein bisschen Fröhlichkeit verbreiten in den Schlafsälen, in denen Grace (32) gerade ihre letzten Tage verbringt. Oder Stan, den die Familie an diesem Morgen gebracht hat, weil er schon seit Tagen nichts mehr essen kann. Oder Patricia, die sich wieder vor Schmerzen krümmt.

    Lesen Sie weiter mit Teil 3: Eine ganze Generation stirbt

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