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AfD-Spendenskandal

14.11.2018

Wie weit reicht die "Schweiz-Connection" der AfD?

Eine Spende aus der Schweiz bringt die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alice Weidel in Bedrängnis - und lenkt den Fokus auf das Finanzgebaren ihrer Partei.
Bild: Christoph Schmidt

Alice Weidel erhielt 132.000 Euro aus der Schweiz für ihren Wahlkampf. Es ist nicht das erste Mal, dass Geld aus dem Nachbarland in die Kassen der AfD floss.

Die Wahlplakate sahen aus, wie Wahlplakate der AfD schon seit Jahren aussehen: Weiße Schrift auf hellblauem Hintergrund. Dazu das Logo der AfD mit dem roten Pfeil darunter. Und Parolen wie „Islamisierung stoppen“ oder „Endlich konsequent abschieben“ in großen Lettern. Doch die Plakate, die im Landtagswahlkampf in Bayern an Laternenpfählen oder Plakatwänden hingen, waren gar keine Plakate der AfD, jedenfalls keine offiziellen. Lediglich der Hinweis „www.rechtundfreiheit.de“ am linken unteren Eck deutete darauf hin, dass der Urheber ein anderer ist – der umstrittene „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“ mit Sitz in Stuttgart-Degerloch, der auch die rechtskonservative Wochenzeitung Deutschland-Kurier herausgibt, die ebenfalls im bayerischen Wahlkampf kostenlos verteilt wurde.

Spenden für die AfD: Ein umstrittener Verein spielt eine wichtige Rolle

Es war nicht das erste Mal, dass der Verein – angeblich auf eigene Rechnung und ohne Wissen wie Zustimmung der AfD – Wahlwerbung für die nationalkonservative Partei machte. Seit 2016 finanziert der Verein mit eigenem Geld Plakate, Anzeigen sowie Internetkampagnen und verteilt seine Zeitung in Millionenauflage. Doch möglicherweise war es das letzte Mal. Denn bei dem massiven Einsatz des Vereins könnte es sich um eine unerlaubte Parteienfinanzierung und somit um einen Verstoß gegen das Parteiengesetz handeln. Und das dürfte für die noch junge Partei am Ende sogar existenzbedrohend werden.

Nachdem am Wochenende bekannt geworden war, dass AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im vergangenen Jahr eine illegale Wahlkampfspende aus der Schweiz in Höhe von 132.000 Euro in 18 Einzelspenden erhalten hatte, mit der sie Anwaltsrechnungen beglich und ihren Internet-Wahlkampf finanzierte, forderten unter anderem Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) oder der SPD-Haushaltsexperte Johannes Kahrs Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) auf, das gesamte Finanzgebaren der AfD genau zu untersuchen und die Finanzströme der AfD zu durchleuchten.

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AfD erhält Unterstützung in Millionenhöhe

Nach Schätzungen der unabhängigen Organisation „Lobbycontrol“ hat allein der Stuttgarter AfD-Unterstützerverein „zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“ die Partei mit Werbemaßnahmen in einem Umfang von mehr als zehn Millionen Euro unterstützt. Zwar beteuern AfD-Chef Jörg Meuthen und andere Spitzenfunktionäre der Partei auf Nachfrage immer wieder, mit dem Verein und seinem Vorsitzenden David Bendels nichts zu tun zu haben und auch nicht mit ihm zu kooperieren, weswegen die Wahlkampfhilfe auch nicht im offiziellen Rechenschaftsbericht der AfD auftaucht. „Wir haben mit diesem Verein für Rechtsstaatlichkeit nie zusammengearbeitet“, sagte Meuthen zuletzt im August, er habe „von sich aus“ die Wahlkampfunterstützung vorgenommen. Doch eine Vielzahl von internen Mails, die mittlerweile von Medien veröffentlicht wurden, belegen, dass es sehr wohl enge Kontakte zwischen der AfD und dem Verein gab. Offenbar um das Schlimmste zu verhindern, forderte die AfD im bayerischen Landtagswahlkampf den Verein mit einer Unterlassungsklage auf, das Logo und das Corporate Design der AfD nicht mehr zu nutzen. Bekanntlich ohne Folgen – denn die Plakatkampagne in Bayern wurde nicht vom Verein selber durchgeführt, sondern vom Deutschland-Kurier, dessen Chefredakteur ebenfalls David Bendels ist und in dessen Impressum zahlreiche AfD-Politiker als „Autoren“ aufgeführt werden.

Die Bundestagsverwaltung ermittelt in einem weiteren Fall gegen die AfD

Zudem ermittelt die Bundestagsverwaltung längst in einem anderen Fall gegen die AfD und ihren Vorsitzenden Jörg Meuthen – es geht um zwei illegale Spenden der Schweizer PR-Firma Goal AG für Meuthen im baden-württembergischen Landtagswahlkampf in Höhe von rund 5300 Euro. Im August überwies die AfD diesen Betrag an die Bundeskasse, allerdings, wie ein Sprecher der Bundestagsverwaltung sagte, nur „rein vorsorglich“ und „ohne Anerkennung einer rechtlichen Schuld“.

Die besondere Brisanz des Falles: Die Goal AG könne auch der bislang unbekannte Großfinanzier sein, der hinter den millionenschweren Werbekampagnen des Stuttgarter AfD-Unterstützervereins steht. So würde sich der Kreis schließen. Der Bundesschatzmeister der Linken, Harald Wolf, spricht denn auch von der „Schweiz-Connection der AfD“. Es sei „höchste Zeit“, das zu untersuchen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.11.2018

Die Parteispenden Affäre und die schwarzen Kassen von Exbundeskanzler Kohl sind bis heute noch nicht aufgeklärt . Bundestagspräsident Schäuble, der heute über die Parteispenden machen soll, war Indie die Parteispendenaffäre ebenfalls stark involviert. In Augsburg wurde gerichtlich versucht, manchem Politiker den Prozess wegen unerlaubter Parteispenden zu machen! Wie war das Ergebnis?

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15.11.2018

Alles richtig! Aber wenn die AfD nur die Alt-Parteien kopiert,wozu braucht es dann noch eine AfD?

Permalink
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Der AfD-Co-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland hat in der Parteispendenaffäre seine Kollegin an der Fraktionsspitze, Alice Weidel, in Schutz genommen. «Ich glaube nicht, dass sie sich Vorwürfe machen muss», sagte Gauland. Foto: Bernd von Jutrczenka
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