Das bestätigte ein Sprecher der Zigarettenfirma Reemtsma am Dienstag der "Tageszeitung" aus Berlin. Die 44 Jahre alte Tritz war dem Bericht zufolge bis vor kurzem Mitarbeiterin von Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn. Von 2002 bis 2005 saß sie für die Partei selbst im Bundestag.
Das künftige Engagement der früheren Abgeordneten für die Tabaklobby sorgt bei ihren Parteifreunden für Irritationen. "Zum Amtsantritt schicke ich ihr Informationsmaterial der Deutschen Krebsstiftung über die Gefahren des Rauchens", sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn der Berliner "tageszeitung" (Mittwochsausgabe). Der Sprecher des Berliner Forums Rauchfrei, Johannes Spatz, kündigte ebenfalls in der "taz" an, er werde sich für einen Parteiausschluss von Tritz einsetzen. Tritz ist als Geschäftsführerin des neuen Verbandes der Zigarettenindustrie vorgesehen, der am Freitag in Berlin offiziell vorgestellt werden soll. Die Grünen treten für einen strengen Nichtraucherschutz ein. Die 44-jährige Tritz war lange im Kampf gegen das Atommülllager Gorleben engagiert und gehörte von 2002 bis 2005 für die Grünen dem Bundestag an. Bis vor kurzem war sie Mitarbeiterin im Büro von Fraktionschef Fritz Kuhn. Spatz wertete die neue Tätigkeit der Grünen-Politikerin als einen "raffinierten Schachzug" der Tabaklobby, der es bereits in der Vergangenheit wiederholt gelungen sei, Ärztevertreter oder andere Funktionsträger aus dem Gesundheitswesen "einzukaufen".