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Augenheilkunde: Was ist ein "Gelber Star"?

Augenheilkunde

Was ist ein "Gelber Star"?

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    Professor Arthur Mueller 
ist Chefarzt der Augenklinik am Augsburger Klinikum.
    Professor Arthur Mueller ist Chefarzt der Augenklinik am Augsburger Klinikum.

    In der Augenheilkunde ist ein neuer Begriff aufgetaucht.  Woher kommt der Name "Gelber Star"?

    Mueller: Der Begriff bezeichnet die "alterskorrelierte Makuladegeneration". Diese Krankheit betrifft die Stelle des scharfen Sehens an der Netzhaut, die auch als "gelber Fleck" bezeichnet wird. Wie der Graue und der Grüne Star kann sie zur Erblindung führen – "Star" steht für "Starrblick". Den Begriff "Gelber Star" hat der Füssener Augenarzt Jürg Brändle geprägt; ich habe ihn gern aufgegriffen.

    Ist der Begriff in der Fachwelt schon verbreitet?

    Mueller: Der Vorschlag meines Füssener Kollegen kam erst im Lauf dieses Jahres. Er hat versucht, ihn in der gesamten deutschsprachigen Fachpresse zu etablieren, und der Name wird sich sicher durchsetzen. Wichtiger ist aber, dass der Begriff bei den Patienten eingängig ist, denn der eigentliche Name ist sehr kompliziert und ein Zungenbrecher.

    Wie wird der Gelbe Star ausgelöst?

    Mueller: Es ist ein Untergang von Sehnerven. Die wirklichen Ursachen kennt man nicht. Es gibt eine genetische Komponente – in Familien, wo der Gelbe Star häufig vorkommt, ist das Risiko zu erkranken höher. Man sollte nicht rauchen, einen Bluthochdruck einstellen lassen, sehr cholesterinreiche, vitaminarme Ernährung umstellen und eine hohe Lichtbelastung des Auges vermeiden. Der größte Risikofaktor ist aber das fortschreitende Alter.

    Wie kann man behandeln?

    Mueller: Schnell zur Erblindung führt unbehandelt die feuchte Form des Gelben Stars. Da bilden sich neue Blutgefäße im Bereich des gelben Flecks. Sie kann seit einigen Jahren sehr gut behandelt werden. Es gibt Hemmstoffe, die die Bildung neuer Blutgefäße unterdrücken. Damit kann die Krankheit gestoppt, in seltenen Fällen sogar gebessert werden. Bei der trockenen Form werden Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine und Spurenelemente wie Zink) über Jahre hinweg verabreicht. So wird dieser Gelbe Star verlangsamt.

    Ist weiterer Fortschritt absehbar?

    Mueller: Bei der trockenen Form sind über die Nahrungsergänzungspillen hinaus viele Forschungsansätze im Gange. Wir rechnen damit, dass binnen der nächsten zwei bis fünf Jahre therapeutisch besser wirksame Medikamente auf den Markt kommen. Das Medikament, das schon recht bekannt geworden ist – Fenretinide – ist noch nicht verfügbar – es finden noch Studien statt.

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