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Brigitte Macron beleidigt Aktivistinnen

Frankreich

Brigitte Macron und die „blöden Idiotinnen“

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    Brigitte Macron hat mit Äußerungen für Empörung gesorgt.
    Brigitte Macron hat mit Äußerungen für Empörung gesorgt. Foto: Jonathan Brady, PA Wire/dpa

    Die französische Schauspielerin Judith Godrèche hat in den sozialen Medien den Ton gesetzt. „Auch ich bin eine blöde Idiotin. Und ich unterstütze alle anderen“, schrieb sie. Godrèche wirft mehreren bekannten Regisseuren vor, sie vergewaltigt zu haben, als sie noch minderjährig war. Tausende Frauen teilen die Wut der 53-Jährigen, von der Sängerin Camélia Jordana bis zum Filmstar Marion Cotillard. „Blöde Idiotin und stolz darauf“, posten viele. Doch ihr Ärger richtet sich nicht gegen Männer, sondern gegen eine Frau.

    Sie alle empören sich über die französische First Lady Brigitte Macron, die sich gerne öffentlich als Vorkämpferin für Frauenrechte inszeniert – und nun Feministinnen als „blöde Idiotinnen“ beschimpft hat, wobei diese Übersetzung für „sales connes“ noch harmlos ist. Gemeinsam mit ihrer Tochter stattete Macron am Sonntag dem Komiker Ary Abittan bei dessen Show einen Besuch hinter den Kulissen ab. Er habe Angst, klagte er - vier Frauen des feministischen Zusammenschlusses #NousToues („Wir alle“) hatten am Vorabend seine Darbietung gestört. Die Protestlerinnen trugen Masken, die Abittans Gesicht mit der Aufschrift „Vergewaltiger“ zeigten, sie skandierten „Abittan Vergewaltiger“. Eine Frau hatte dem 51-Jährigen im Jahr 2021 Vergewaltigung vorgeworfen, das Verfahren gegen ihn wurde allerdings eingestellt. „Wenn blöde Idiotinnen da sind, werfen wir sie raus“, versicherte ihm Brigitte Macron daraufhin lachend. „Vor allem die maskierten Banditen.“ Laut der Zeitung Le Parisien veröffentlichte die Kommunikationsagentur, die diese Szene gefilmt hatte, diese „durch einen Fehler“ in den sozialen Medien. Schnell ging das Video viral, sorgt für eine Welle der Empörung.

    Aktivistinnen in Frankreich sind empört

    Amy Bah, Aktivistin bei #NousToutes, sagte, sie und ihre Mitstreiterinnen seien schockiert. In Frankreich werde in 86 Prozent der Anzeigen wegen Vergewaltigung das Verfahren ohne Anklage eingestellt, in nur sechs Prozent komme es zu einer Verurteilung des Täters. Brigitte Macrons Wortwahl sei „absolut deplatziert und derb“, kritisierte die Generalsekretärin der Gewerkschaft CFDT, Marylise Léon. „Madame Macron muss sich entschuldigen“, forderte der Chef der sozialistischen Senatoren, Patrick Kanner. Das hat sie allerdings bislang nicht getan. Stattdessen ließ sie über ihr Umfeld verbreiten, der First Lady sei es nur um „die radikalen Methoden“ der Feministinnen gegangen. Budgetministerin Amélie de Montchalin wies darauf hin, dass die Unterbrechung von Shows „ärgerlich sein kann“.

    Die Polemik kommt ausgerechnet zu einem Zeitpunkt auf, zu dem Präsident Emmanuel Macron ohnehin mit großer Unbeliebtheit zu kämpfen hat. Für die Première Dame ist in Frankreich ein extra Budget vorgesehen, sie hat Mitarbeiter und einen eigenen Bereich im Élysée-Palast. Bislang galt seine Frau für Macron eher als Trumpf, da sie sonst stets kontrolliert und höflich auftritt – abgesehen von jenem Video im Mai, das sie dabei zeigte, wie sie ihn am Eingang eines Flugzeugs, dessen Tür gerade aufging, ohrfeigte.

    Doch ihre vulgären, verächtlichen Worte werfen nun ein schlechtes Licht auf sie. Nach seiner Wahl 2017 hatte Präsident Macron den Kampf gegen Gewalt an Frauen als „große nationale Angelegenheit“ bezeichnet. Auch ihm wurde Scheinheiligkeit vorgeworfen, als er 2023 bei einem Fernsehinterview über Gérard Depardieu sagte, dieser sei ein „gigantischer Schauspieler“, der Frankreich stolz mache. Dabei waren längst etliche Anschuldigungen gegen Depardieu wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung bekannt. Für jeden gelte die Unschuldsvermutung, so Macron. Inzwischen wurde der Schauspieler verurteilt, ein weiterer Prozess steht aus.

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