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Das erzählt Jill Biden über das Leiden ihres Mannes Joe

USA

Jill Biden: „Ich dachte, Joe hätte einen Schlaganfall“

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    Jill Biden hat ihre Memoiren veröffentlicht und spricht darin auch über die letzten Monate von Joe Bidens Amtszeit als US-Präsident.
    Jill Biden hat ihre Memoiren veröffentlicht und spricht darin auch über die letzten Monate von Joe Bidens Amtszeit als US-Präsident. Foto: Tom Brenner, AFP

    Die meisten Demokraten möchten das Jahr 2024 am liebsten vergessen, mindestens aber hinter sich lassen. Keinesfalls wollen sie daran erinnert werden, wie sie die Präsidentschaft unnötig verspielt und einem Mann den Weg zurück geebnet haben, der niemals wieder in die Nähe des Weißen Hauses hätte gelangen sollen. Die Hoffnung vieler Demokraten liegt deshalb in der Zukunft: In fünf Monaten finden in den USA die wichtigen Zwischenwahlen statt - Amerikas beste Chance, Donald Trump in die Schranken zu weisen.

    Statt dem angeschlagenen Amtsinhaber also die Bühne zu überlassen und zuzusehen, wie er sich gerade selbst demontiert, tritt die frühere First Lady aus dem Off ins Rampenlicht. Mit „View from the East Wing“ erinnert sie an die Tragödie eines Präsidenten, der als großer Reformer in die Geschichte hätte eingehen können, wenn er nach einer Amtszeit freiwillig aufgehört hätte. Stattdessen gilt Joe Bidens mangelnde Selbsteinschätzung heute als Grund für das vermeidbare Desaster.

    Warum kandidierte Joe Biden erneut für das Präsidentenamt?

    Wer das Buch aufschlägt, erwartet von Jill Biden etwas Wichtiges. Wichtiger jedenfalls als ihr Missfallen über den eigenmächtigen Abriss des East Wing, in dem traditionell die First Ladies der USA ihr Büro hatten. Umso größer ist die Ernüchterung über das, was sie anzubieten hat. Eine wenig glaubwürdige Erklärung, warum sie ihrem Mann eine erneute Kandidatur trotz des offenkundigen physischen Abbaus nicht ausgeredet hatte.

    Rückblende zur CNN-Debatte in Atlanta am 27. Juni 2024. An jenem Tag stieg selbst politischen Gegnern angesichts des Katastrophenauftritts Bidens die Fremdscham ins Gesicht. Die First Lady versucht das bis heute schönzureden. Sie habe ihren Mann „noch nie zuvor und auch seitdem nie wieder so gesehen. Niemals“, schreibt sie in ihrem Buch.

    Berater hätten Biden zur Kandidatur gedrängt

    Während der Debatte habe sie sich gefragt, ob er vor laufender Kamera einen Schlaganfall erleiden würde. Etwas anderes habe ihr nicht weniger Sorgen bereitet. „Hat man ihm Drogen verabreicht?“ Vielleicht habe Joe im Hotel versehentlich Hustensaft mit Codein geschluckt oder eine starke Schlaftablette, mutmaßt die Ehefrau. Eine zweite Ausrede präsentiert sie mit dem Verdacht, sein Team habe den 81-Jährigen vor dem Duell zu intensiv gedrillt.

    Fazit: Joe sei in dieser Debatte „nicht der gewesen, der er von Tag zu Tag war“. Eine unerklärliche Ausnahme also. Für die Frage, warum Biden überhaupt erneut kandidierte, müssen seine Berater herhalten. Die hätten darauf bestanden, „dass er antreten muss“. Sie selbst sei zwiegespalten gewesen, habe am Ende aber zugestimmt.

    Demokraten sind verärgert über Jill Biden

    Die frühere First Lady weist eigene Ambitionen oder gar Machthunger weit von sich. Ihr Erklärungsversuch läuft auf Verdrängung durch Rücksichtnahme hinaus. Beispiel Prostatakrebs. Im letzten Jahr seiner Präsidentschaft sei Joe nachts häufiger aufgestanden, einmal siebenmal in einer einzigen Nacht. Da ihr Mann „lieber mit seinen männlichen Ärzten als mit seiner Frau über urologische Probleme sprechen würde“, habe sie einen der Mediziner darauf hingewiesen. Erst Monate später kam die Diagnose.

    Ansonsten bietet Jill Biden in dem Buch anrührende Familiengeschichten. Doch rechtfertigen sie ein Buch? Nicht wenige Demokraten nehmen es der früheren First Lady übel, an das Jahr 2024 zu erinnern. Selbst der einst loyale Sprecher im Weißen Haus, Andrew Bates, wundert sich in der New York Post, „warum dieses schmerzhafte Gespräch für die Partei jetzt öffentlich wieder aufgerissen werden musste“.

    Dieser Gedanke kam Jill Biden so wenig wie damals jener, was die erneute Kandidatur ihres Mannes für die USA bedeutete. „Wäre er im Rennen geblieben“, erklärte sie im Morgenfernsehen von MSNow, „hätte er Trump geschlagen.“ Im September will Joe Biden nun seine eigenen Memoiren nachschieben - zwei Monate vor den Midterms.

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