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Das steckt hinter dem Trump-Schlag im Iran

Krieg in Nahost

Erst Venezuela, jetzt Iran, bald Kuba? Warum sich Donald Trump eine neue Weltordnung baut

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    US-Präsident Donald Trump überwacht die Operation „Epic Fury“ in Mar-a-Lago, Palm Beach, Florida.
    US-Präsident Donald Trump überwacht die Operation „Epic Fury“ in Mar-a-Lago, Palm Beach, Florida. Foto: Daniel Torok/White House, dpa

    Glaubt man den Worten von Donald Trump, dann tut die Regierung in Venezuela schon jetzt alles, was Washington vorgibt. In der jahrzehntelangen Dauerfehde mit dem ideologischen Todfeind Kuba bringt der US-Präsident inzwischen eine freundliche Übernahme ins Spiel. Und auch im Iran ist Washington offenbar auf der Suche nach einem Geschäftspartner, wenn sich der Pulverdampf erst einmal gelegt hat.

    Anders als bei früheren Regimewechsel-Versuchen marschieren keine US-Truppen mehr in die Länder ein, stattdessen werden gezielt die Führungsfiguren ausgeschaltet. Die völkerrechtlich umstrittene Verhaftung von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro sorgte dafür, dass plötzlich vieles anders ist, als es in den 20 Jahren zuvor in dem linksextremen Unrechtsstaat. Auch im Iran schalteten die US-Truppen gemeinsam mit Israel zunächst den ranghöchsten Führer Ali Chamenei und mit ihm eine brutale Führungsclique aus. Auf Kuba deutet sich an, dass die Tage von Machthaber Miguel Díaz-Canel gezählt sein könnten. Hinter den Kulissen verhandelt US-Außenminister Marco Rubio mit einem Enkel von Ex-Machthaber Raúl Castro.

    US-Angriff im Iran: völkerrechtlich umstritten, Demokraten üben Kritik

    Dagegen regt sich natürlich Widerstand, denn das Vorgehen ist völkerrechtlich mindestens umstritten. Auch wenn es sich um brutale Diktatoren handelt, die selbst jedes Recht mit Füßen treten. Ethisch ist der Tyrannensturz nachvollziehbar, sollte es am Ende dann tatsächlich irgendwann einmal freie Wahlen und eine demokratisch legitimierte Regierung stehen.

    Die oppositionellen Demokraten befinden sich in einer schwierigen Lage. Einen erfolgreichen Militärschlag zu kritisieren, bei dem einer der weltweit gefährlichsten Diktatoren und Terror-Unterstützer ausgeschaltet wurde, ist eher unpopulär. Dem demokratischen Senator Chuck Schumer blieb deshalb erst einmal nichts anderes übrig, als auf die korrekte Vorgehensweise zu pochen. Die Trump-Regierung habe „dem Kongress und dem amerikanischen Volk vor den Angriffen keine entscheidenden Details über das Ausmaß und die Dringlichkeit der Bedrohung mitgeteilt“. Sein Parteifreund Tim Kaine aus Virginia nannte den Militärschlag einen kolossalen Fehler. „Jeder einzelne Senator muss sich öffentlich zu dieser gefährlichen, unnötigen und idiotischen Maßnahme äußern“, forderte Kaine. Das mag stimmen, in der Wahrnehmung der US-Bürger steht aber zunächst, dass erneut ohne großen eigenen Blutzoll ein antiamerikanischer Diktator beseitigt wurde.

    Donald Trump treibt dessen Drang nach historischer Bedeutung an

    In den sozialen Netzwerken erinnern sie auch Kritiker Emmanuel Macron an die Geschichte und wiesen den französischen Präsidenten darauf hin, dass sein Land es war, das Ayatollah Khomeini mit dem Exil die Bühne für die Vorbereitung der im Nachhinein für den Westen so verheerenden Islamischen Revolution 1979 bot.

    Was dem Schlag gegen die Mullahs eine weitere besondere Note verleiht, ist, dass damit ein altes amerikanisches Trauma besiegt wird. Vorausgesetzt, das Vabanque-Spiel des Präsidenten geht auf. Der Iran hat die USA mehrmals gedemütigt. Wie im April 1980 die „Operation Eagle Claw“ zur Befreiung der Geiseln in der im Jahr zuvor erstürmten US-Botschaft. Beim hektischen Abbruch der Aktion durch US-Präsident Jimmy Carter kam es zu einem Zusammenstoß von beteiligten Fluggeräten. Die Absturz-Trümmer und der Jubel in Teheran über die Demütigung der USA wurden zum Symbolbild der Carter-Präsidentschaft, der es nicht mehr schaffte, sich davon zu erholen. Dass nun 46 Jahre später US-amerikanische Bomben in Teheran bejubelt werden, zeigt den dramatischen ethischen Absturz der Islamischen Revolution im eigenen Land.

    Ein letzter Mosaikstein, der Trumps unstillbaren Machthunger erklärt, ist dessen Drang nach historischer Bedeutung. Der entgangene Friedensnobelpreis wurmt ihn mächtig. Wenn es ihm allerdings gelingt, aus den bisherigen Todfeinden Venezuela, Kuba und Iran tatsächlich neue amerikafreundliche Partner zu machen, dann wird die amerikanische Geschichte vielleicht ganz anders über ihn richten, als man sich das heute vorstellen mag.

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