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Großbritannien: Prügel-Attacke gegen Demonstrant in Manchester: Wie weit reicht Chinas Arm im Ausland?

Großbritannien

Prügel-Attacke gegen Demonstrant in Manchester: Wie weit reicht Chinas Arm im Ausland?

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    Proteste wie hier bei einer  Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der blutigen Niederschlagung der  Demokratiebewegung sind der chinesischen Führung ein Dorn im Auge.
    Proteste wie hier bei einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung sind der chinesischen Führung ein Dorn im Auge. Foto: dpa

    Was sich am Sonntag vor dem chinesischen Generalkonsulat in Manchester abgespielt hat, dürfte das Zeug für einen handfesten diplomatischen Streit haben: Nachdem einige dutzend Hongkonger Demokratieaktivisten vor der Regierungsvertretung friedlich demonstriert hatten, trat der mutmaßliche Konsul Zheng Xiyuan auf deren Protestbanner ein und riss diese herunter. Zeitgleich zerrten seine Mitarbeiter, teilweise in Schutzhelmen und -westen gekleidet, einen der Demonstranten auf das Konsulatsgelände, wo sie auf den jungen Mann einprügelten. Nur dank eines schnell reagierenden britischen Polizeibeamten konnte dieser wieder auf die öffentliche Straße gezogen werden.

    "Das hätten sie nicht tun sollen", sagte das Opfer wenig später einem Fernsehteam der BBC: "Die sogenannte Regierung Hongkongs sagt, wir seien Randalierer. Was aber haben die Leute von der chinesischen Regierung getan? Wer sind die wahren Randalierer?"

    Wie viel Einfluss hat China in anderen Ländern?

    Der Vorfall dürfte wohl nicht nur die britische Öffentlichkeit beschäftigen. Er wirft auch unangenehme Fragen zum wachsenden Einfluss des chinesischen Sicherheitsapparats im Ausland auf: Wie sicher sind Auslandschinesen vor dem langen Arm des Staates in ihrer Wahlheimat? Auch für andere westliche Regierungen ist das Problem durchaus relevant.

    Das chinesische Konsulat in Manchester gab eine höchst fragwürdige Erklärung ab, die sich wie eine Rechtfertigung für körperliche Gewalt gegen Demonstranten liest. Darin hieß es, dass "ein paar wenige Unabhängigkeits-Aktivisten aus Hongkong" ein "beleidigendes" Porträt von Xi Jinping aufgehängt hätten: "Das wäre für diplomatische und konsularische Vertretungen eines jeden Landes unakzeptabel und nicht tolerierbar."

    Tatsächlich war nicht nur die Karikatur des chinesischen Präsidenten hoch provokativ – auch die Slogans der Demonstranten hatten es in sich: "Mögen die höheren Mächte die kommunistische Partei Chinas zerstören", hieß es auf einem der Banner.

    In China selbst gibt man sich wortkarg. Als eine britische Korrespondentin am Montag beim Pekinger Außenministerium um eine Stellungnahme bat, wurde sie mit einer Standardfloskel abgespeist: Man sei mit dem Vorfall nicht vertraut, hieß es knapp. Und: Chinas Auslandsvertretungen würden stets die Gesetze des Gastlandes einhalten.

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