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In Bayern fehlen Dutzende Postfilialen: Das Unternehmen kommt seiner Verpflichtung nicht nach

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Der gelbe Riese schwächelt: In Bayern fehlen Dutzende Postfilialen

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    Der Automat heißt Poststation, er ist eine Weiterentwicklung der auf Pakete beschränkten Packstationen.
    Der Automat heißt Poststation, er ist eine Weiterentwicklung der auf Pakete beschränkten Packstationen. Foto: Thomas Banneyer/dpa

    In manchen Gegenden Bayerns ist der Weg zur Post weit, laut Gesetz zu weit. In 32 Orten und Stadtteilen müsste die Deutsche Post eine Filiale unterhalten, tut das aber nicht. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die unserer Redaktion vorliegt. „Eine Postfiliale ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge und für viele Menschen, gerade auf dem Land, zentral. Die Post-Privatisierung ist ein gescheitertes Projekt auf Kosten der Bürger. 32 fehlende Pflichtstandorte allein in Bayern sind eindeutig“, kritisierte die Linken-Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke aus München.

    In der Landeshauptstadt fehlt im Stadtteil Trudering eine Filiale, genau wie Utting am Ammersee oder in Taching am See. In Bayerisch-Schwaben haben die Leute in Günzburg-Reisensburg und in Haldenwang im Landkreis Günzburg eine weitere Strecke vor sich, wenn sie ein Paket aufgeben oder Briefmarken kaufen. In Franken müsste eigentlich eine Post in Klingenberg am Main stehen, in Forchheim-Burk und in Würzburg-Unterdürrbach, doch der gelbe Riese ist dort nicht fest vertreten. „In vielen Städten und Gemeinden sterben die Innenstädte aus. Die Menschen in Bayern leiden unter diesem Kahlschlag“, beklagte Gohlke. Sie verlangte Druck seitens der Bundesregierung auf den Konzern, an dem der Staat immer noch Aktienanteile hält. Dieses Problem dürfe nicht kleingeredet werden, so die Linken-Politikerin.

    Immer mehr Automaten

    Gemäß dem Postgesetz muss in allen Gemeinden und in allen zusammenhängenden Wohngebieten mit mehr als 2.000 Einwohnern mindestens eine Filiale unterhalten werden. Als Filiale zählt auch der Postschalter im Supermarkt, im Kiosk oder bei anderen Händlern. Zudem darf in Wohngebieten mit mehr als 4.000 Einwohnern ein Standort nicht weiter als zwei Kilometer entfernt liegen. Die Versorgung kann auch mit einer automatisierten Station anstelle einer Filiale erfolgen, wenn die Bundesnetzagentur dies auf Betreiben der Kommune gestattet hat.

    Gemeinden in Bayern mit fehlender Postfiliale
    1. Karlstein a. Main OT Großwelzheim 20. Roth-Eckersmühlen
    2. Klingenberg am Main21. Forchheim-Burk
    3. Klingenberg a. Main OT Trennfurt22. Neustadt a.d. Aisch
    4. München Trudering-Riem23. Illschwang
    5. Bernried am Starnberger See24. Schönsee
    6. Surberg25. Schmidgaden
    7. Taching a.See26. Zandt
    8. Ainring27. Steinach
    9. Anger28. Bernried (94505)
    10. Rechtmehring29. Künzing
    11. Wackersberg30. Würzburg-Unterdürrbach
    12. Kreuth31. Hohenroth
    13. Kranzberg32. Partenstein
    14. Hörgertshausen
    15. Rehling
    16. Hurlach
    17. Utting am Ammersee
    18. Günzburg-Reisensburg
    19. Haldenwang (Landkreis Günzburg)

    Wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht, soll in 12 der 32 betroffenen bayerischen Gemeinden bis Jahresende eine solche Station aufgestellt werden. Genau darin sieht die Post die Zukunft. Sie will in ganz Deutschland hunderte Filialen durch Automaten ersetzen und hat dafür über 600 Anträge bei der Netzagentur gestellt. Bundesweit gibt es bereits 70 automatisierte Stationen. Der Hauptgrund dafür ist, dass im ländlichen Raum immer mehr kleine Geschäfte schließen, in denen bislang Päckchen und Briefe aufgegeben werden konnten.

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