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Iran-Krieg: Trumps Dilemma in der „Straße von Hormus“

Krieg gegen Iran

Trumps Dilemma: Warum der Iran-Krieg länger dauern wird

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    Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Generalstabschef Dan Caine: Ein kleines iranisches Schnellboot genügt zum Tankerversenken.
    Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Generalstabschef Dan Caine: Ein kleines iranisches Schnellboot genügt zum Tankerversenken. Foto: Alex Brandon/AP, dpa

    Auch für US-Präsident Donald Trump kommen die Probleme im Krieg gegen den Iran nicht überraschend: Statt eines schnellen Kollapses des Mullah-Regimes haben die iranischen Machthaber die strategisch wichtige Meerenge der „Straße von Hormus“ weiterhin im strategischen Würgegriff, durch die bislang ein Fünftel der globalen Öllieferungen transportiert wird. Laut einem Bericht des Wall Street Journals hatten die US-Militärs den Präsidenten genau vor diesem Szenario gewarnt – für das es militärisch keine einfache Lösung gibt.

    General warnt Trump: Ein einziges kleines iranisches Schnellboot reicht für Desaster

    Vergangene Woche erklärte Generalstabschef Dan Caine dem „Commander-in-Chief“ im Oval Office in einfachen Worten, warum es so schwierig ist, die Straße von Hormus offen zu halten. Ein einziges kleines Schnellboot der Revolutionsgarden mit einem mobilen Raketenwerfer reiche aus, um einen Tanker in Brand zu setzen.

    Angesichts des wachsenden Drucks in den USA, den Krieg zu beenden, versucht Trump, die „Straße von Hormus“ zum Problem bislang militärisch unbeteiligter Staaten zu machen und sogar der Nato insgesamt.

    „Es ist nur angemessen, dass die Länder, die von der Straße profitieren, mithelfen, dass dort nichts Schlimmes passiert“, sagte Trump in einem Interview mit der Financial Times. „Wenn es keine Antwort gibt oder eine negative, dann wird das sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein“, fügte Trump hinzu. Auch gegenüber China versucht er, Druck zu machen: Der Ende März geplante Gipfel mit Präsident Xi Jinping könnte ausfallen, falls Peking sich einer „Hormus-Koalition“ verweigere.

    Pistorius zeigt Trump kalte Schulter: „Das ist nicht unser Krieg“

    Doch selbst unter den europäischen Nato-Partnern der USA laufen Trumps Drohgebärden ins Leere: Deutschland und wichtige Verbündete lehnten Forderungen ab, Kriegsschiffe zum Schutz von Öltankern in die umkämpfte Straße von Hormus zu schicken. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sagte: „Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen. Wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, aber weitere Kriegsschiffe in der Region tragen dazu im Zweifel nicht bei.“ Auch CDU-Außenminister Johann Wadephul sagte, die Allianz sei nicht zuständig.

    Der britische Premierminister Keir Starmer gab sich allerdings offener: Gefragt sei nicht die Nato, sondern ein Bündnis aus den USA, Europäern und Partnern am Golf, sagte er. Wer außer Großbritannien weitere europäische Partner sein könnten, ließ Starmer offen.

    Experten in den USA erwarten, dass sich der Krieg trotz der immer stärker werdenden negativen Folgen für die Weltwirtschaft noch länger hinziehen werde. Iran habe es durch asymmetrische Kriegsführung geschafft, einen hohen Preis zu erzwingen, sagt Suzanne Maloney von der Denkfabrik Brookings Institution. „Die Iraner setzen darauf, die USA zu überdauern.“

    USA setzen mögliche Bodentruppen in Bewegung

    Gegen ein schnelles Kriegsende spricht auch die angekündigte Entsendung weiterer US-Kriegs­schiffe sowie der 2.500 Marines eines Spezialkommandos, das binnen der nächsten zwei Wochen am Persischen Golf erwartet wird. Wofür dieses eingesetzt werden soll, ließ das Weiße Haus bisher offen. Denkbar scheint ein Einsatz der Bodentruppen auf der Insel Kharg vor der Küste Irans, eine Sicherung der angereicherten Uranbestände des Landes oder auch die Besetzung der iranischen Küste an der Straße von Hormus.

    Die Insel Kharg ist Irans wichtigster Öl-Knotenpunkt. Über die Insel werden rund 90 Prozent aller iranischen Exporte abgewickelt. Trump ließ die Militärinstallationen auf der Insel vergangenen Freitag bombardieren. Die Ölinfrastruktur blieb dabei bewusst ausgenommen. Der US-Senator Lindsey Graham, der innerhalb der Republikaner seit langem auf einen Militärschlag gegen Iran hingearbeitet hatte, drängt auf eine Einnahme der iranischen Öl-Insel. „Wer Kharg kontrolliert, kontrolliert das Schicksal dieses Krieges“, schrieb der Senator auf X. Iran lässt für den Export seines Öls chinesische Tanker durch die Meerenge passieren.

    Außenminister Marco Rubio hatte zudem zu Beginn des Krieges darüber gesprochen, dass Bodentruppen Uran, mit dem das Regime bis zu zehn Atombomben bauen könnte, außer Landes bringen könnten. Dies gilt jedoch angesichts der hohen radioaktiven Strahlungsgefahr als sehr riskant.

    In den USA wird zu Beginn der dritten Kriegswoche Trumps Vorgehen zunehmend kritisch beurteilt. Das Regime in Teheran sitze weiterhin fest im Sattel, sagt der Iran-Experte Vali Nasr. Mit der Straße von Hormus habe die iranische Führung ein Faustpfand, das sich durch Bombardements oder Eskorten nur schwer beseitigen lasse, warnt Nasr. „Dieser Krieg ist länger, unübersichtlicher und kostet mehr als erwartet.“

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