Dass die deutsche Autoindustrie mit ihren Zulieferbetrieben ins Schleudern geraten ist, liegt an Managementfehlern, an verschlafenen Trends, aber auch daran, dass die Politik seit Jahren einen Schlingerkurs fährt. Das Hin und Her um das Verbrenner-Aus und das dilettantische Abwürgen des Elektroautomarktes durch die spontane Streichung der staatlichen Kaufprämie haben etwas zerstört, was Unternehmen dringend brauchen: Planungssicherheit.
Scholz als Autokanzler, Merz als Verbrenner-Retter?
Und damit nicht genug: Jetzt, da die Industrie an die Wand zu fahren droht, verfallen Politiker reihenweise in das alte Muster. Der Kanzler wahlkämpft schon mal gegen EU-Strafzahlungen für Autobauer, die an den CO2-Zielen scheitern. Was eine gute Nachricht für die Umweltsünder sein mag, aber eben auch ein Hohn für Konkurrenten, die sich angestrengt hatten, um die Auflagen zu erfüllen. Verlässlichkeit? Fehlanzeige!
Selbes gilt für den beinahe manischen Kampf von FDP und Union gegen das Ende der Verbrenner-Ära. Es wäre eine lebenserhaltende Maßnahme für ein Geschäftsmodell, auf dessen langsames Sterben sich die Autoindustrie gerade erst unter Schmerzen eingestellt hatte.
Wer die Branche wirklich retten will, muss ihr helfen, die Zukunft zu gestalten, anstatt sich in der Vergangenheit festzufahren.
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