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Gewalt kann das Regime in Teheran nicht retten

Kommentar Von Simon Kaminski
28.09.2022

Frauen verbrennen ihre Kopftücher, Künstler und Sportler erklären sich solidarisch. Auch wenn die Proteste erstickt werden sollten – der Iran verändert sich unwiderruflich.

Die Bilder sind spektakulär: Rund eine Million Frauen gehen in Teheran auf die Straße, um gegen die Pflicht zur Verschleierung zu protestieren. Das klingt sehr aktuell, ist aber lange her: Am 8. März 1979 weigern sich die Demonstrantinnen zu akzeptieren, dass das neue islamistische Regime unter der geistlichen Führung von Revolutionsführer Ayatollah Chomeini ihnen per Erlass bis ins Detail vorschreiben will, wie sie in der Öffentlichkeit gekleidet sein müssen. Für den Augenblick haben sie Erfolg. Die Kopftuchpflicht wird kassiert. Doch nur eineinhalb Jahre später wieder eingeführt.

Wütende Frauen reißen ihren Schleier herunter

Heute – mehr als 43 Jahre später – versammeln sich wütende Frauen, reißen sich den Schleier herunter, manche verbrennen ihn gar. Und doch ist vieles anders. Während 1979 die Männer noch am Straßenrand standen und die protestierenden Frauen auslachten oder beschimpften, finden sie sich jetzt unter den Demonstrierenden.

Die Bilder und Nachrichten über den Tod von Mahsa Amini im Polizeigewahrsam verbreiteten sich rasend über das Internet. Die 22-Jährige war festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch nicht gesetzeskonform getragen hatte. Die angestaute Wut über die selbstgerechten Allmachtsfantasien der Sittenwächter ist stärker als die nur zu berechtigte Angst vor den Folgen des Widerstandes. Es formiert sich eine breite gesellschaftliche Bewegung.

Unterstützt von bekannten Künstlern und Sportler kritisierte sie erst den Zwang zur Verschleierung, dann das Regime und bald auch das System an sich. Sogar Teile des konservativen Establishments zweifeln an der brachialen Reaktion der Herrschenden.

Weltweit gedenken Frauen der Iranerin Mahsa Amini und protestieren gegen das Mullah-Regime. Diese beiden Frauen gingen in der libanesischen Hauptstadt Beirut auf die Straße.
Foto: Marwan Naamani, dpa

Die Regierung selber hat dafür gesorgt, dass der Druck auf dem Kessel seit Jahren beständig ansteigt. Fast alle Ventile wurden von den Machthabern verstopft, der Repressionsapparat ausgebaut. Die gewaltigen Massendemonstrationen von 2009 gegen ein offensichtlich manipuliertes Wahlergebnis waren friedlich. Doch sie wurden gewaltsam niedergeschlagen. Immer brutaler knüppelten Sicherheitskräfte in den folgenden Jahren Proteste nieder. Menschen starben, tausende wurden verhaftet und gefoltert.

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Doch diese rücksichtslose, ja kriminelle „Strategie“ führt in eine Sackgasse. Zwar gibt es Iraner, die weiter bereit sind, die Ideen der islamischen Revolution mit allen Mitteln zu verteidigen. Sie leben gut in einem System, das sie von ihrer Kindheit an kennen. Doch eine wachsende Mehrheit hat religiöse Gängelei und Unterdrückung gepaart mit Korruption und wirtschaftlichem Niedergang satt. Das zeigen staatliche Umfragen, die an die Öffentlichkeit gelangten. Viele Mullahs haben die Gefahr erkannt, dass sich immer mehr Iranerinnen und Iraner abwenden. Umso blinder wirkt die Inbrunst, mit der das Kopftuch als Stoff gewordenes Symbol des Gottesstaates verteidigt wird.

Viele Iranerinnen tragen ihr Kopftuch betont leger

Die Angst dahinter: Fällt der Schleier, dann bröckelt ihre Macht – ein Dominoeffekt. Doch genau dies geschieht schon seit vielen Jahren. Insbesondere in den Städten tragen viele Iranerinnen ihr Kopftuch im Alltag demonstrativ locker, lassen ihre Haare hervorblitzen. Das ist ihr alltägliches Statement gegen die Unterdrückung. Mit Gewalt allein kann das Regime diesen Kampf nicht gewinnen, auch wenn es ihr gelingen sollte, den Protest mit noch größerer Brutalität zu ersticken. Was in diesen Tagen im Iran geschieht, mag noch keine Revolution sein, aber es ist Teil einer Umwälzung gesellschaftlicher Realitäten, von der es kein Zurück geben wird.

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.09.2022

Der Schah hatte Persien einst auf die Schienen Richtung Moderne gesetzt .

Als die bärtigen hinterwäldlerischen Mullahs den in Wahrheit ja positiv regierenden Schah absetzten , jubelten die Linken in Deutschland wie auch in vielen anderen europäischen Ländern in ihrer Dummheit laut dazu .

Aber nicht unsere Linken mußten die Zeche dafür zahlen ( wie ja immer bei solchen Sachen ) , sondern die Perser und Perserinnen selbst .

29.09.2022

Der Schah war ein brutaler Unterdrücker! Ein Verbrecher, der die demokratisch gewählte Regierung Mossadegh gestürzt hat.

https://www.washingtonpost.com/archive/opinions/1980/03/23/the-shah-as-tyrant-a-look-at-the-record/218c6a8e-dcb7-4168-ac9c-8f23609f888f/

https://www.google.com/amp/s/amp.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768

29.09.2022

Als Realist bin ich pessimistisch. Frauenrechte im Islam einzuführen, funktioniert nicht., siehe Afghanistan. Um Verfolgung zu vermeiden, sollten sich die Frauen an die Gesetze ihres Landes halten. Vorschläge aus dem sicheren Deutschland sind meist kontraproduktiv. Auf der anderen Seite wollen nicht alle Muslimas eine Änderung. In Deutschland verhüllen sich immer mehr Frauen und sogar ganz kleine Mädchen und tragen Kopftuch. Sie klagen sogar vor Gericht, um ihr Kopftuch als Richterinnen oder Lehrerinnen tragen zu dürfen.

29.09.2022

Man kann nur hoffen, dass ein möglichst gewaltfreier Wandel kommt. Man kann auch nur hoffen, dass die nicht nur im Iran, sondern auch der brutalen Saudi Diktatur geschehen wird. Dort ist aktuell der mutmaßlich für das Zerhacken des Journalisten Kashoggi verantwortliche "Prinz" befördert worden. S ist ekelerregend, wenn so ein Schlächter die Hände unserer Politiker schüttelt und hofiert wird.

29.09.2022

Was hat Saudi Arabien mit dem Iran zu tun ? Genausogut könnten Sie die Regime in Peking ,Pjöngjang oder Moskau als Vergleich heranziehen !
Die Frage ist vielmehr :

Wie und wann werden die Mullahs - und es sind Hunderte - und ihre Schlächter und Helfershelfer für Alles ,was sie im Iran ,aber auch im Ausland getan haben , büßen ?

Werden sie auch das erleben müssen was sie den von ihnen Verfolgten, Ermordeten, Geschandeten angetan haben ?

29.09.2022

Fragen über Fragen. Tatsächlich sollten Sie sich mal mit der Region beschäftigen. Dann hätten Sie viele Antworten, während Sie die Früchte saudischen Öls auf Kosten der Geknechteten und Ermordeten genießen. Auch in KSA werden Frauen regelmäßig geschlagen, eingesperrt, ausgepeitscht und im Gefängnis vergewaltigt nach dem Willen der sog. "Religionspolizei". Da reicht es das Kopftuch nicht richtig aufgesetzt zu haben, ein Auto gefahren zu haben, etc.

Die ganze Region ist verseucht von verbrecherischen Diktatoren, die mittels "Religion" Angst und Schrecken verbreiten.