Wenn man ein Problem erkannt hat, ist es meist der einfachste Ansatz zu sagen: Das verbieten wir jetzt! Klingt als würde man anpacken, ist in der Regel nur völlig unterkomplex. Das gilt besonders für die Forderung nach einem Handyverbot an Schulen.
Denn man darf schon fragen, was das eigentlich bringen soll. Natürlich ist der exzessive, teils krankhafte Medienkonsum vieler junger Menschen ein Problem. Aber Lehrerinnen und Lehrer dulden ohnehin selten Telefone im Unterricht. Und die meiste Bildschirm-Zeit haben Jugendliche sicher nicht in den kurzen Pausen zwischen den Unterrichtsstunden, sondern in ihrer Freizeit. Ein Verbot auf Schulhöfen wird der Dimension des Problems schlicht nicht gerecht.
Handys in der Schule sind nicht das Problem. Sie können aber Teil der Lösung sein
Die Forderung klingt wie aus einer Zeit, als Handys noch Tasten hatten, man für Klingeltöne im Jamba-Sparabo bezahlte und wir statt tausender WhatsApp-Nachrichten eine SMS mit Zeichenbegrenzung schrieben. Kurz gesagt: Als Handys noch nicht die zentrale Rolle im Leben einnahmen, die sie heute haben. Damals war es leicht und vielleicht sogar richtig, Handys zu verbieten.
Nur funktioniert das heute nicht mehr. Im Jahr 2025 muss es die Aufgabe von Schulen sein, den Jugendlichen einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln und auf ihre Gefahren hinzuweisen. Wenn die Politik unbedingt Regeln erlassen will, dann doch bitte für die Tech-Konzerne, die ihre Plattformen durch Algorithmen überhaupt erst zu süchtig-machenden Content-Maschinen umgebaut haben. Handys in der Schule sind nicht das Problem. Sie können aber Teil der Lösung sein.
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