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Kommentar: Putin könnte schon bald der große Verlierer sein

Kommentar

Putin könnte schon bald der große Verlierer sein

Michael Pohl
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    Wladimir Putin hat sich mit dem Krieg in der Ukraine verkalkuliert.
    Wladimir Putin hat sich mit dem Krieg in der Ukraine verkalkuliert. Foto: Gavriil Grigorov, Pool Sputnik Kremlin via AP/dpa

    Fast auf den Tag genau vier Jahre vor dem Angriff Israels und der USA auf den Iran hatte Wladimir Putin mit tausenden russischen Soldaten die Ukraine überfallen und erstmals seine Raketen auf die Hauptstadt Kiew abgefeuert. Es war der Beginn einer neuen kriegerischen Phase der Geschichte, die über sehr viele Menschen unendlich viel Leid brachte und deren Folgen nicht absehbar sind.

    Von Putins Überfall auf die Ukraine bis zur Auslöschung der Spitze des iranischen Regimes ziehen sich direkte Linien, die in eine unsichere Zukunft weisen. So wirken die Kriege wie ein Ringen um eine neue politische Weltordnung, in der die Furcht vor einer neuen Herrschaft des Stärkeren wächst.

    Putin hat sich verkalkuliert: Mit dem Ukraine-Krieg hat sich Russland selbst geschwächt

    Putin hatte den Angriff auf die Ukraine auch mit Verweisen auf eine russische Großmachtgeschichte untermalt und dabei den Niedergang der einstigen Sowjetunion beklagt. Vier Jahre später deutet alles darauf hin, dass sich der Mann im Kreml einmal mehr verkalkuliert hat. So wie schon zu Kriegsbeginn, als er dachte, Kiew und den Rest des Landes binnen weniger Tage einnehmen und unterwerfen zu können.

    Das von Putin begonnene Jahrzehnt der Kriege, als das es vielleicht einmal Historiker in der Rückschau betrachten werden, hat viele der Großmachträume des Kremlherrschers bereits jetzt platzen lassen. Russland war einmal die Schutzmacht einer Reihe totalitärer Staaten. Doch mit seinem verlustreichen Krieg gegen die Ukraine hat es sich so nachhaltig selbst geschwächt, dass die engen Beziehungen zwischen Moskau und Teheran keinerlei Rolle mehr bei den Angriffsplänen der USA und Israels spielten.

    Auch dem syrischen Diktator Baschar al-Assad konnte Putin nicht mit mehr helfen als einem schmählichen Asyl in Moskau. Besonders demütigend führten die USA zuletzt Moskau dessen Ohnmacht vor, als sie den in einstiger sozialistischer Bruderliebe verbundenen Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, stürzten und in eine New Yorker Gefängniszelle verfrachteten.

    Im Ringen um die künftige Weltordnung könnte Putin bald der Verlierer sein

    Nun kann Donald Trump sogar genüsslich darüber schwadronieren, als Nächstes ungestört nach Kuba zu greifen. Zu Sowjetzeiten hätte dies noch eine Furcht vor einem Dritten Weltkrieg ausgelöst.

    Und in der Ukraine steckt Putin trotz vermeintlicher militärischer Übermacht in einem Krieg fest, der Russland immens schwächt. Über die in den ersten Wochen eroberten Gebiete hinaus verzeichneten die Russen kaum noch nennenswerte Geländegewinne – aber gigantische Verluste: Die Nato schätzt, dass seit dem Angriff mehr als 350.000 russische Soldaten in dem Krieg umkamen und knapp eine Million schwer verwundet wurden.

    Dass Russland angesichts dieser verheerenden Bilanz den Abnutzungskrieg jemals gewinnen kann, ist trotz aller Probleme der Ukraine alles andere als sicher. Da helfen auch die paar Milliarden Dollar nicht, die US-Präsident Trump den Russen mit einer Lockerung der Öl-Sanktionen zubilligte, um die aktuelle Rohstoffkrise zu lindern.

    Kriege kann man planen, aber sie sind unkalkulierbar, lautet eine alte Militärweisheit. Dies ist auch eine Warnung für Israel und die USA in ihrem Kampf gegen das iranische Terrorregime. Im Ringen um die künftige Weltordnung könnte Putin aber schon bald der große Verlierer sein. Die Rolle der USA bleibt trotz Trumps Unberechenbarkeit unangefochten. Und hält sich China auch künftig aus dem verheerenden Spiel der Kriege heraus, könnte es bald der lächelnde Zweite sein.

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