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Kommentar: Trump und Putin beweisen, dass sich Kriege nicht lohnen

Kommentar

Trump und Putin beweisen: Kriege lohnen sich nicht

Michael Pohl
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    Für die Spötter im Karneval agieren Putin und Trump auf Augenhöhe als Gefahr für Europa.
    Für die Spötter im Karneval agieren Putin und Trump auf Augenhöhe als Gefahr für Europa. Foto: Federico Gambarini, dpa

    Die Zwanzigerjahre dieses Jahrhunderts werden als ein Jahrzehnt der Kriege in die Geschichte eingehen, aus dem die Menschheit und politische Führungspersönlichkeiten vielleicht lange Zeit Lehren ziehen können. Auch in der modernen Hightech-Welt behält der historische Grundsatz seine Gültigkeit: Angriffskriege lohnen sich nicht.

    Einem Sieg Putins würden viele weitere Kriege folgen

    Dieses Gesetz aufrechtzuerhalten, war einer der wesentlichen Gründe, warum die Staaten der Europäischen Union – und auch die USA – sich mit großem Aufwand dem Angriffskrieg Wladimir Putins entgegenstellen. Würde Putin mit einem Sieg aus seinem brutalen Vorgehen gegen die ukrainische Nation hervorgehen, würden weitere Kriege folgen. Nicht nur Russland wäre dazu ermutigt, sondern auch andere Staaten bis hin zur neuen Supermacht China. Staatsführer Xi Jinping droht seit Jahren vor einer massiv aufgerüsteten Militärkulisse, nach Taiwan mit Gewalt zu greifen.

    Für den starken Mann in Peking dürfte es aber eine Warnung sein, wie sehr sich Russland durch den Ukrainekrieg selbst geschwächt hat. Die einstige Supermacht ist politisch in großen Teilen der Welt geächtet und isoliert. Putin stieg in eine Liga ab, in der Nordkoreas Diktator Kim Jong-un spielt.

    Auch die modernste Armee der Welt kann keine Wunder vollbringen

    Russland sinkt immer tiefer in die Abhängigkeit seines einstigen Feindes China. Putins Staat hat wirtschaftlich längst den Anschluss an die moderne Welt verloren. Der Kremlherrscher verbunkert sich paranoid in seiner Residenz. Und nun kann Xi Jinping auch beim Blick auf die USA erkennen, dass auch die modernste Armee der Welt keine militärischen Wunder vollbringen kann.

    Im Gegenteil, auch die USA und vorneweg Donald Trump gehen geschwächt aus ihrem Krieg gegen den Iran hervor. Statt endlich den Fluch der über Jahre massiv angestiegenen Lebenshaltungskosten zu überwinden, unter dem zig Millionen Amerikaner im Alltag leiden, heizt Trump die Inflation in seinem Land erneut an.

    Zudem leiden die USA wie die gesamte Weltwirtschaft unter den Folgen der durch den Krieg ausgelösten Ölkrise und gestörter Lieferketten. Trump selbst droht nach jetzigem Stand eine empfindliche Schwächung seiner innenpolitischen Macht. Für die Zwischenwahlen sagen alle Umfragen voraus, dass die Mehrheit beider Parlamentskammern im Kongress an die Demokraten gehen könnte.

    Und was die Iranpolitik angeht, steht Trump nun genau an jener Stelle, als er in seiner ersten Amtszeit 2018 das von seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelte Atomabkommen kündigte. Um das, was Trump damals als „schlechtesten Deal aller Zeiten“ verdammte, würde er nun als Präsident mehr als froh sein, wenn ein ähnliches Ergebnis bei den jetzigen Verhandlungen mit dem Iran herausspränge.

    Trump und Putin gehen als abschreckende Beispiele in die Geschichte ein

    Dies ist auch eine politische Lehre: Wie Trump verfolgten es Millionen Menschen mit Befremden, dass die westliche Welt Deals mit dem Teheraner Regime schließen wollte, das schon damals unzählige Oppositionelle foltern und hinrichten ließ. So mancher dachte insgeheim: Wäre es nicht besser, das Mullah-Regime in die Knie zu zwingen? Notfalls mit Gewalt?

    Nein, Politik auf dem Verhandlungsweg mag quälend und umstritten sein. Aber sie ist nicht nur das zivilisiertere, sondern auch das erfolgversprechendere Mittel. Und ebenso beweisen Trump und Putin: Die (un)heimliche Sehnsucht nach einem starken Mann mit kaum gezügelter Macht an der Staatsspitze war und bleibt ein gefährlicher historischer Irrtum.

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