Weihnachten mag für viele ein Fest der Besinnlichkeit und der Nächstenliebe sein. Es ist aber auch die Zeit im Jahr, in der unüberlegt Tiere angeschafft werden und als Geschenke unter Weihnachtsbäumen landen. Häufig denken Eltern, dass es die perfekte Überraschung für ihr Kind wäre, so ein kleiner Hundewelpe mit seinen treu dreinblickenden Kulleraugen. Schließlich stand er ja ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch ob solch ein Tier überhaupt in den Alltag einer Familie passt, ist eine Frage, die sich manche erst stellen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.
Für die chronisch überfüllten deutschen Tierheime bedeutet das, dass schon kurz nach den Feiertagen die ersten Tiere bei ihnen abgegeben werden. Viele Familien unterschätzen den Aufwand, den so ein tierischer Begleiter mit sich bringt. Oder Eltern stellen dann doch fest, dass die Kinder sich nicht wie versprochen um die Tiere kümmern und die Arbeit an ihnen hängen bleibt. Kein Wunder also, dass Tierschützer vor den Feiertagen eindringlich warnen, dass Tiere keine Geschenke sind.
Bereits jetzt arbeiten viele Tierheime an der Belastungsgrenze - oder darüber. Ob nun die Politik zu wenig für deren Unterstützung unternimmt oder die Tierhalter verantwortungsbewusster in der Anschaffung eines Haustieres sein müssten, dürfte dabei zunächst in den Hintergrund treten. Denn die Neuankömmlinge in den Tierheimen wollen auch nach diesem Weihnachten wieder versorgt sein. Für viele Tierheime dürfte das Fest also eher ein Fluch als ein Segen sein.
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