An der Börse wird Zukunft gehandelt - und die feierte am Mittwochabend die Ankündigung von Donald Trump, den meisten amerikanischen Handelspartnern eine Zollpause von 90 Tagen einzuräumen. Offenbar sieht der US-Präsident allmählich ein, dass er mit seiner aggressiven Zollpolitik auch seinem eigenen Land schadet. Die Altersvorsorge von Millionen von Amerikanern steckt in großen Pensionsfonds, die mehrere Billionen Dollar verwalten und deren Depots in den vergangenen Tagen zusammengeschmolzen sind wie die letzten Schneereste in den Rocky Mountains.
Der Konflikt mit China allerdings bleibt eine offene Flanke - auf beiden Seiten. US-Konzerne wie Apple, Tesla, Intel oder Nike lassen große Teile ihrer Produktion in China fertigen und leiden nun ebenfalls unter dem Zollregime ihres Präsidenten, der die Zölle für China jetzt noch einmal drastisch erhöht hat. Bisher haben sie von den Kostenvorteilen in China und den etablierten Lieferketten profitiert, nun müssen sie ihre Abhängigkeiten neu überdenken. Apple, zum Beispiel, hat in den vergangenen Tagen Flugzeuge voller iPhones aus China in die USA geschickt, um die Lager dort noch vor Inkrfattreten der Importzölle zu füllen.
Peking schadet sich mit seinen Gegenzöllen selbst
Gleichzeitig wird allerdings auch China seine Strategie selbstkritisch hinterfragen müssen. Mit ihren hohen Gegenzöllen und dem massenweisen Verkauf von amerikanischen Staatsanleihen hat die Regierung in Peking den Konflikt noch weiter eskalieren lassen. Wie lange das Regime diese Konfrontation durchhält? Unklar. China hat noch viel mehr zu verlieren als die USA - ein Schritt auf Trump zu hätte dabei nicht nur auf die wechselseitigen Handelsbeziehungen deeskalierende Wirkung, sondern möglicherweise auch für den großen Rest der Weltwirtschaft.
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