Die nächste Bundesregierung wird vor allem daran gemessen werden, ob sie den Wirtschaftsstandort Deutschland endlich wieder in Schwung bekommt. CDU, CSU und SPD müssen dafür die Unternehmen von bürokratischen Fesseln befreien und mehr Freiheit wagen. Die Debatte um mehr Spielräume bei der Ausgestaltung von Arbeitszeiten gehört dazu. Der Schutz von Beschäftigten vor dem Gewinnstreben ihrer Arbeitgeber gehört zweifellos zu den vorrangigen Pflichten der politisch Verantwortlichen. Aber es wäre ein Trugschluss, zu glauben, mehr Freiheit gehe automatisch zulasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Es können tatsächlich Firmen und Mitarbeiter profitieren
Von einer flexibleren Gestaltung der Arbeitszeiten könnten tatsächlich beide Seiten profitieren. Und unter dem Strich dann auch die lahmende Wirtschaft. Denn: Viele Menschen würden gerne ihre Stundenzahl erhöhen, wenn sie größere Spielräume bekämen, sich die Arbeitszeit einzuteilen und damit Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Junge Frauen, die wegen der fehlenden Kinderbetreuung nur in Teilzeit arbeiten können. Menschen, die lieber vier Tage ein paar Stunden mehr arbeiten würden als fünf Tage fixe acht Stunden. Deutschland kann es sich nicht leisten, solche Potenziale liegenzulassen - erst recht nicht in Zeiten des Fachkräftemangels.
Niemand darf gedrängt werden, länger als acht Stunden zu arbeiten
Zugleich müssen Union und SPD bei einer Neuregelung selbstverständlich dringend Sorge dafür tragen, dass Arbeitnehmer nicht zur beliebigen Verfügungsmasse ihrer Vorgesetzten werden. Es geht um mehr Freiheiten für alle Beteiligten – nicht um mehr Druck. Niemand darf dazu gedrängt werden, länger als acht Stunden am Tag zu arbeiten. In einigen Berufen wäre das auch kaum zu schaffen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren