Russland-Berichterstattung ist oft Gerichtsberichterstattung, schreibt unsere Korrespondentin Inna Hartwich: Journalisten sitzen in engen Gerichtsräumen auf Holzbänken, ein Mensch in Richterrobe liest schnell und undeutlich Satz für Satz ab, als wäre jemand hinter ihm her. In einem Käfig aus Glas läuft der Angeklagte seine kleinen Runden, als wäre er ein Tier im Zoo. Doch immer häufiger sitzen auch Journalisten auf der Anklagebank. In Russland existiert praktisch keine Pressefreiheit mehr. Viele Berichterstatter haben das Land verlassen. Andere denken darüber nach. Wie es ist, wenn Journalisten für den Staat "Agenten" und "Spione" sind, schreibt Hartwich zum Tag der Pressefreiheit.
Der Tag: Im Süden Russlands nahe der annektierten Halbinsel Krim ist in der Nacht ein Großfeuer in einem Tanklager ausgebrochen. Tote und Verletzte gibt es laut russischen Behördenangaben nicht. Der Brand sei aber als besonders schwer eingestuft worden. Am Rande der Siedlung Wolna liegt ein Umschlagterminal für Öl und Ölprodukte, die über das Schwarze Meer verschifft werden. Das Feuer habe eine Fläche von 1200 Quadratmetern erfasst, teilte der Leiter der Kreisverwaltung Fjodor Babenkow mit. Über die Ursachen des Brandes wurde bislang nichts bekannt.
Das russische Militär hat in der Nacht offenbar erneut mehrere Regionen in der Ukraine mit Drohnen angegriffen. Wie der ukrainische Generalstab mitteilt, habe Russland aus dem Gebiet Brjansk und vom Ostufer des Asowschen Meeres aus insgesamt 26 Drohnen gestartet. Davon seien 21 abgefangen worden. Über der ukrainischen Hauptstadt Kiew konnten alle Drohnen abgeschossen werden. Für Kiew war es bereits der dritte Drohnenangriff innerhalb der vergangenen sechs Tage.
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Die Lage: Russland wirft der Ukraine einen versuchten Anschlag auf Kremlchef Wladimir Putin vor und droht mit Gegenmaßnahmen. In der Nacht auf Mittwoch seien zwei Drohnen zum Absturz gebracht worden, die auf das Kreml-Gelände zugeflogen seien. "Wir betrachten diese Handlungen als einen geplanten Terrorakt und Anschlag auf das Leben des Präsidenten der Russischen Föderation", heißt es in einer Kreml-Mitteilung. Putin sei unverletzt geblieben. Unabhängig überprüft werden konnten die Angaben nicht. Kiew bestreitet einen derartigen Angriff.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Überraschungsbesuch in Finnland eingetroffen. Mit dem Präsidenten Sauli Niinistö will er unter anderem über den russischen Angriff und finnische Unterstützung für die Ukraine sprechen. Auch die Berliner Polizei bereitet sich derzeit auf einen Besuch Selenskyis vor: Noch im Mai kommt er offenbar nach Berlin.
Bild des Tages:
Ein Scharfschütze der ukrainischen Armee nimmt seine Position ein bei Kämpfen gegen die russischen Truppen in der Nähe von Bachmut, Region Donezk.
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(mit dpa)
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