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Cherson nach der Flut
Cherson nach der Flut, Ukraine, Zerstörung Staudamm, Till Mayer
Foto: Till Mayer

Krieg in der Ukraine

Gesprengter Staudamm: Ein Fünkchen Hoffnung nach der Flut

Im Juni haben die Russen den Kachowka-Staudamm gesprengt. Das Wasser ist weg, geblieben ist nichts als Verwüstung. Doch wenigstens funktioniert die Hilfe.

Im Bad kann Victoriya die Tränen nicht mehr halten. Über den Boden ziehen sich Erdschlieren. Der Waschbecken-Unterschrank mit den goldenen Zierleisten ist aus dem Leim gegangen, seine Türen sind aufgerissen und hängen schief. An den Wänden ziehen sich von oben bis unten Schlammspuren. Es stinkt erbärmlich, die Luft ist abgestanden und stickig. "Was waren wir stolz auf das schöne Badezimmer. Es war noch fast neu. Schauen Sie doch die schönen Fliesen", sagt die 55-Jährige. Dann fährt sie mit der Hand über die Wandheizung, deren Chrom mit einer bräunlichen Schicht überzogen ist.

Russland beschuldigt die Ukraine, den Damm beschossen zu haben

Victoriya führt aus dem Haus heraus. An der Aussicht verbessert sich nichts. Der ganze Garten ist ein Trümmerfeld. "Ich habe nicht einmal mehr die Kraft, auf die Russen wütend zu sein. Den Kachowka-Damm zu sprengen, was für ein Wahnsinn", sagt die 55-Jährige. Das geschah am 6. Juni. Russland beschuldigt die Ukraine, den Damm beschossen zu haben. Die Indizien- und Faktenlage zeichnet jedoch ein anderes Bild – das einer Sprengung durch russische Kräfte.

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Von  Till Mayer