Nach der Wahl am Sonntag in Moldau steht fest: Maia Sandu verfehlt die absolute Mehrheit und bei der Abstimmung über die EU-Ambitionen bleibt es knapp. In dem EU-Referendum, über welches parallel zur Präsidentschaftswahl abgestimmt wurde, sollten zukünftige EU-Ambitionen Moldau in die Verfassung verankert werden. Gegen einen EU-Beitritt als langfristiges Ziel sprachen sich laut Medienberichten 49,92 Prozent der Bürger der Republik Moldau aus. Angesichts des absehbar extrem knappen Wahlausgangs könnte das Endergebnis aber noch vom Auszählungsstand am Morgen abweichen. Zuvor hatte es lange so ausgesehen, als lägen die Gegner vorn.
Denn die Amtsinhaberin Sandu stand parallel zur Abstimmung über den EU-Kurs des Landes für eine weitere Amtszeit zur Wahl. . Nach Auszählung von mehr als 97 Prozent der Wahlzettel erreichte sie 42 Prozent der Stimmen. Damit müsste sie zu einer Stichwahl in zwei Wochen antreten, bei dem ihr Gegner voraussichtlich der frühere Generalstaatsanwalt Alexandru Stoianoglo sein wird, der rund 26 Prozent der Stimmen erhielt und für die traditionell starke Sozialistische Partei des prorussischen Ex-Präsidenten Igor Dodon antritt. Insgesamt waren elf Bewerber zur Wahl angetreten, darunter einige, die sich für gute Beziehungen zu Russland einsetzen.
Wahl in Moldau: Maia Sandu muss in die Stichwahl – EU-Referendum scheitert
Kriminelle Gruppen hätten gemeinsam mit einer ausländischen Macht versucht, die Lage in Moldau zu destabilisieren. Es gebe Beweise, dass 300.000 Stimmen gekauft worden seien, sagte Sandu bei einem nächtlichen Auftritt in der Hauptstadt Chisinau. Dutzende Millionen Euro seien ausgegeben worden, um Lügen und Propaganda zu verbreiten. „Wir haben es mit einem beispiellosen Angriff auf die Freiheit und die Demokratie in unserem Land zu tun“, wurde Sandu von örtlichen Medien zitiert. Sie wolle das Endergebnis abwarten und dann Entscheidungen treffen. (mit dpa)
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