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Neuer Ärger um die Mütterrente

Kommentar

Digitalwüste Deutschland

Rudi Wais
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    Lässt noch auf sich warten: die Erhöhung der Mütterrente
    Lässt noch auf sich warten: die Erhöhung der Mütterrente Foto: Felix Kästle/dpa

    Allmählich wird die Mütterrente zu einem Fall für das neue Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Weil die Mühlen der Deutschen Rentenversicherung offenbar nur in Zeitlupe mahlen, kann sie bis Jahresende nicht alle Mütter aus ihren Datenbanken herausfiltern, die künftig etwas mehr Rente erhalten sollen. Das klingt nicht nur wie ein Stück aus dem politischen Schilda - es ist es auch. In ihren Systemen haben die Versicherer alles gespeichert, was sie für die Neuberechnung der Renten benötigen: Die Namen der Frauen, die Zahl ihrer Kinder und deren Geburtsjahre auch. Dass sich das bis Jahresende nicht in eine Form bringen lässt, die eine pünktliche Auszahlung im Januar erlaubt? Undenkbar, eigentlich.

    Es geht um viel Geld - und um Gerechtigkeit

    Die Rentenversicherung selbst hält nicht viel von der Erhöhung der Mütterrente, weil sie jedes Jahr gut und gerne vier Milliarden Euro kostet. Tatsächlich schließt die versprochene Erhöhung der Mütterrente um monatlich 20 Euro für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, eine Gerechtigkeitslücke, weil mit diesem Schritt endlich alle Mütter die gleichen Erziehungszeiten angerechnet bekommen, unabhängig von den Geburtsjahren ihrer Kinder. Ein Weg aus dem Organisationsdilemma wäre die formelle Einführung der neuen Mutterrente zum 1. Januar, verbunden mit einer rückwirkenden Auszahlung, die beispielsweise im März oder April für die ersten Monate des Jahres fließen könnte. Peinlich allerdings bleibt die Sache gleichwohl. Ein Land, das in der digitalen Weltspitze mitmischen will, ist nicht in der Lage, einen simplen Datensatz innerhalb eines halben Jahres zu aktualisieren.

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