Kein Platz in der Sansibar, keine Sonne, keine Kohle (mehr) – solche Mangelerscheinungen kennen treue Sylt-Urlauber nur zu gut. Gehört irgendwie dazu auf Deutschlands exklusivster Insel im Sommer. Aber kein Sand? Kein Witz: „Aufgrund des Sandmangels ist dieser Strandabschnitt unbewacht“, heißt es seit Kurzem auf Warnschildern am Hauptstrand vor Westerland.
Kein Sand bedeutet in dem Fall: kein Bademeister, kein Bad in der Nordsee. Natur kann so grausam sein: Es hat sich eine gefährliche Abbruchkante gebildet, die einen „sicheren Badebetrieb“ unmöglich macht, wie die lokalen Behörden ausführen. Und was suchten Syltreisende verzweifelter als einen „sicheren Badebetrieb“?!
Wo ist der Sand hin? Sylter Strand in Not
Hilft ja nix. Das Schietwetter nagte im vergangenen Winter so stark am Strand, dass er sich schlichtweg zu tief eingegraben hat. Nach Angaben einer Tourismus-Sprecherin schwappt die Nordsee bei Sturm und Hochwasser „schnell bis zur Ufermauer“. Oh Gott, Wasser bis zum Ufer, und das auf einer Insel!
Da heißt es tapfer bleiben, Louis-Vuitton-Täschchen und Gucci-Sonnenbrille festhalten, Gosch-Fischbrötchen sichern, bevor die auch noch ausgehen. Positiv denken. Gibt ja noch andere Strände in diesem unberührten Naturparadies, Richtung Ellenbogen etwa, wo man gegen eine kleine Gebühr auch wunderbar mit dem Auto hinkommt. Dort pumpen sie den Sand übrigens von draußen an die Küste. Dort gibt´s Sand wie Sand am Meer.
Sylt hat jeden Sommer seine Story. Mal kommen die Punker, mal geht der Sand. Vermutlich wird auch die jüngste Abbruchkante der Insel-Liebe keinen Abbruch tun. Sylt bleibt Sylt. Wie singen Die Ärzte: „O ich hab solche Sehnsucht/ ich verliere den Verstand/ ich will wieder an die Nordsee/ Ich will zurück nach Westerland.“
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