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Rapper wird Premierminister in Nepal: Wer ist Belandra Shah?

Wahlen in Nepal

Hoffnungsträger der Gen Z: Der neue Regierungschef Nepals ist ein Rap-Star

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    Typisches Auftreten: Rapper Balendra Shah gibt sich als volksnaher und lässiger Politiker.
    Typisches Auftreten: Rapper Balendra Shah gibt sich als volksnaher und lässiger Politiker. Foto: Niranjan Shrestha, dpa

    Ein Rapper im Amt des Premierministers? In Nepal wird aller Voraussicht nach genau dieser Fall eintreten. Denn die Partei RSP mit ihrem Spitzenkandidaten Balendra Shah holte bei den jüngsten Wahlen einen deutlichen Sieg und gewann 125 der 165 direkt gewählten Sitze im Parlament. Noch nie zuvor gab es in Nepal einen derart klaren Regierungsauftrag für eine Partei, und es steht außer Frage, dass Shah die Hauptverantwortung für diesen Erfolg trägt. Der Hip-Hop-Star aus Kathmandu gilt insbesondere in der Generation Z als Hoffnungsträger im Kampf gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit.

    Balendra Shah: Das große Versprechen für die Zukunft Nepals

    Dementsprechend positiv und erwartungsvoll sei momentan die Stimmung im Land, erklärt Sarah Klaußner. Die Nepal-Expertin der Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet im Büro der Stiftung in Kathmandu. Im Gespräch mit unserer Redaktion betont sie: „Es gibt keine wirkliche Gegenbewegung, die Wahl wurde offiziell anerkannt und vor allem ist alles friedlich abgelaufen.“ Die junge Generation identifiziere sich stark mit ihm, und der 35-Jährige habe geschickt die Gunst der Stunde genutzt, um eine neue politische Zeitrechnung herbeizuführen.

    In Nepal kam es im September 2025 zu schweren Protesten gegen die Regierung.
    In Nepal kam es im September 2025 zu schweren Protesten gegen die Regierung. Foto: Safal Prakash Shrestha, dpa

    Als im vergangenen September in Nepal die großen Proteste vorwiegend junger Menschen gegen die Machenschaften der Regierung ausbrachen, bei denen insgesamt 77 Menschen ums Leben kamen, stellte sich Shah demonstrativ hinter die Bewegung und postete fleißig auf seinen Social-Media-Kanälen. „Liebe Gen Z, der Rücktritt eures Mörders ist gekommen, jetzt muss eure Generation das Land führen“, ließ er nach den blutigen Unruhen und dem anschließenden Rücktritt des bisherigen Premiers verlauten. Er brachte sich also schon mal in Stellung für eine mögliche Kandidatur. Ein großer Vorteil dabei war seine immense Followerschaft im Netz. Alleine auf Facebook erreicht er 3,5 Millionen Menschen, seine Musikvideos wurden bis zu 13 Millionen Mal aufgerufen.

    Für Klaußner sind es aber auch die Inhalte seiner Posts, die der Bevölkerung Zuversicht geben: „Shah agierte taktisch klug. Er nutze seine Rap-Texte als Wahlkampfkampagne, indem er die von ihm schon vor einigen Jahren besungenen Missstände wie Vetternwirtschaft oder Korruption aufgriff.“ Vermutlich spielt auch sein lässiges Auftreten eine Rolle in Bezug auf seine Beliebtheit. Ohne schwarze Sonnenbrille und Sneaker geht er selten aus dem Haus. Das kommt an bei der Bevölkerung, die in Nepal im Schnitt 26 Jahre jung ist. Allerdings besteht laut Klaußner seine Wählerschaft längst nicht nur aus jungen Menschen. Bei Älteren habe er ebenfalls starke Ergebnisse geholt, egal ob in ländlichen Regionen oder in den Städten.

    Hohe Ziele: RSP verspricht 1,2 Millionen neue Arbeitsplätze

    Der Rapper erschien allerdings auch nicht wie Phoenix aus der Asche auf der politischen Bildfläche. Von 2022 bis 2026 war er Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu. In seiner Amtszeit verbesserte er die Müllentsorgung, schuf durch Live-Übertragungen von Stadtratssitzungen Transparenz und dämmte den illegalen Häuserbau ein. Allesamt Themen, die dem studierten Bauingenieur jetzt auf Landesebene erneut begegnen werden.

    Die größte Baustelle des Landes aber ist die Wirtschaft. Die RSP versprach 1,2 Millionen neue Arbeitsplätze, die Arbeitslosenquote liegt offiziell aktuell bei gut zehn Prozent. Ob „Balen“, wie Shah meist genannt wird, seinen Versprechungen Taten folgen lassen kann, wird sich zeigen. Seine rigide Art zu handeln funktionierte in der Hauptstadt. Doch ein Land mit 30 Millionen Einwohnern und kaum zugänglichen Gebirgsregionen zu regieren, ist deutlich komplexer.

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