Hunderttausend heulende Höllenhunde! Als ob man die Belgierinnen und Belgier je um irgendetwas beneidet hätte... Das Europaparlament? Ach was. Das Atomium? Lächerlich. Und schon gar nicht das warme Bier, das dieses Volk immerzu trinkt. Nun aber ändert sich die Sachlage entscheidend. Auf einmal wäre man sehr gerne belgischer Staatsbürger.
Wer in Belgien einen neuen Reisepass beantragt, bekommt künftig nahezu ein Comic-Heft ausgehändigt. Auf den hinteren 34 Seiten des Reisedokuments sind nun Comic-Helden zu sehen. Hunderttausend heulende Höllenhunde, so flucht nur einer: der bärbeißige Käpitan Haddock aus dem belgischen Comiklassiker Tim und Struppi. Natürlich darf er nicht fehlen, genauso wenig wie das Marsipulami, die Schlümpfe oder Lucky Luke, der auch im Reisedokument lässig in den Sonnenuntergang hineinreitet. Bereit für alle Stempel dieser Welt.
Für die belgische Außenministerin ist der neue Reisepass nun eine Hommage an die weltbekannten Geschichten aus Belgien
Die Belgier sind eine Comic-Nation, seit 1929 das erste „Tim und Struppi“-Heft erschien. Zeichner Georg Remi, alias Hergé, ließ seinen Helden Tim Abenteuer rund um den Globus bestehen.
Für die belgische Außenministerin Sophie Wilmès ist der neue Reisepass nun eine Hommage an die weltbekannten Geschichten aus Belgien. Und abgesehen davon, dass die Belgierinnen und Belgier künftig beim Vorzeigen des Passes häufiger ein Lächeln ernten werden, sei er durch die Bilder auch fälschungssicherer.
Hunderttausend heulende Höllenhunde, da könnte man schon auf verwegene Gedanken kommen. Die Maus und der blaue Elefant, Wum und Wendelin, Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheidt … Alle im Einsatz für die Sicherheit des deutschen Reisepasses. Die Ente bleibt draußen …