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Rupert Murdoch: Über Nacht vom Trump-Freund zum Erzfeind

USA

Wie Medienmogul Rupert Murdoch über Nacht vom Trump-Freund zum Erzfeind wurde

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    Rupert Murdoch gilt als einer der Wegbereiter von Donald Trumps Karriere
    Rupert Murdoch gilt als einer der Wegbereiter von Donald Trumps Karriere Foto: PA Wire, dpa

    Vor einer Woche schien das Verhältnis der beiden Milliardäre noch in bester Ordnung. Da durfte Rupert Murdoch, der Eigentümer von Trumps rechtem Lieblingssender Fox News und der wohl mächtigste Verleger der Welt, beim Finale der Klub-WM im New Yorker MetLife-Stadion in der VIP-Loge des Präsidenten sitzen. Eine „Legende“ sei der 94-Jährige, hatte Trump im Februar bei einem Empfang im Oval Office geschwärmt: „Er ist eine Klasse für sich.“

    Enthüllungsgeschichte über 20 Jahre alten Glückwunschbrief

    Doch über Nacht ist der umstrittene, stramm konservative Medienmogul zu Trumps Erzfeind und dem unwahrscheinlichen Hoffnungsträger des liberalen Amerikas geworden. Nach der Veröffentlichung einer brisanten Enthüllungsgeschichte über einen 20 Jahre alten Glückwunschbrief von Trump an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch das Wall Street Journal, das zu Murdochs Imperium gehört, hat der Präsident die Zeitung und ihren Eigentümer wegen angeblicher Verleumdung auf insgesamt 20 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt.

    „Wir haben eine mächtige Klage eingereicht gegen alle, die an der Veröffentlichung beteiligt waren“, verkündete Trump. Das konservative Wall Street Journal beschimpfte er als „nutzlosen Lappen“. Sarkastisch setzte er hinzu: „Ich hoffe, Rupert und seine ‘Freunde’ freuen sich auf die vielen Stunden, die sie in diesem Fall mit Zeugenaussagen zubringen müssen.“ Ein Sprecher des Verlages reagierte kühl: „Wir haben volles Vertrauen in die Sorgfalt und Korrektheit unserer Berichterstattung und werden uns energisch gegen die Klage verteidigen.“

    Trump lässt Medien einschüchtern

    Der bevorstehende Showdown ist beispiellos. Bereits vor seinem Amtsantritt hat Trump kritische Medien mit Klagen eingeschüchtert. Aus Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen sind die Sender ABC und CBS bereits eingeknickt und haben zweistellige Millionenbeträge überwiesen. Doch noch nie hat ein amtierender US-Präsident eine Zeitung wegen Verleumdung verklagt - schon gar nicht auf eine derart astronomische Summe. „Das ist die klare Ansage: Ich werde Dich ruinieren“, glaubt CNN-Medienexperte Brian Stelter.

    Auslöser des Mega-Rechtsstreits, dessen Ausgang die Lage der Pressefreiheit in den USA prägen dürfte, ist ein Bericht des Wall Street Journal über Trumps frühere persönliche Verbindung zu dem Finanzier und Sexualstraftäter Epstein, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Dass der heutige Präsident und der Investmentbanker, der einen Sexhandelsring mit minderjährigen Mädchen betrieb, bis 2004 Kontakt hatten, war bekannt. Doch hat Trump die Verbindung als flüchtig dargestellt und betont, er sei „kein Fan von ihm“ gewesen.

    Das Wall Street Journal berichtet nun über einen Glückwunschbrief von Trump zu Epsteins 50. Geburtstag im Jahr 2003, der Teil eines ledernen Geschenkbands von Freunden sein soll. Das Schreiben soll die Silhouette einer mit dickem Filzstift gezeichneten nackten Frau mit Trumps Unterschrift zeigen. Darunter steht angeblich: „Happy Birthday - und möge jeder Tag ein weiteres wunderbares Geheimnis sein“.

    Monströser Missbrauch minderjähriger Mädchen

    Epsteins monströser Missbrauch minderjähriger Mädchen, sein umfangreiches High-Society-Netzwerk und sein als Selbstmord deklarierter Tod haben zahlreiche Spekulationen und Verschwörungstheorien befeuert. Trumps Verbündete hatten diese im Wahlkampf massiv befeuert und die Offenlegung aller Akten einschließlich einer angeblichen Kundenliste versprochen.

    Doch seit ein paar Wochen spielt Trump den Epstein-Fall demonstrativ herunter. „Ich kann nicht glauben, dass ihr immer noch darüber redet“, wiegelte er Nachfragen ab, bezeichnete dann seine eigenen Anhänger, die Aufklärung forderten, als „Schwächlinge“ und behauptete schließlich, die Unterlagen seien von Ex-FBI-Chef James Comey und den beiden ehemaligen Präsidenten Barack Obama und Joe Biden manipuliert worden. Den bekanntgewordenen Brief bezeichnete er als Fälschung.

    Angesichts des Drucks der eigenen Basis hat Trump seine Ministerin Bondi allerdings angewiesen, bei einem Richter die Freigabe „relevanter Aussagen“ der Grand Jury im Epstein-Verfahren zu beantragen. Dabei handelt es sich aber lediglich um Beweisunterlagen, die die Staatsanwaltschaft den Geschworenen vorlegte, um ihre Zustimmung zur Prozesseröffnung zu bekommen. Laut Experten ist dies ein minimaler Bruchteil des umfangreichen Materials, das die Bundespolizei FBI zusammengetragen hat. Die Vorlage der Papiere gilt als Ablenkungsmanöver.

    Selbst Trump ahnt, dass die Affäre damit nicht ausgestanden ist. „Nichts wird den Querulanten und linksradikalen Verrückten reichen“, schraubte er die Erwartungen herunter: „Es wird immer heißen: mehr, mehr, mehr!“

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