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So erarbeitet sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann Respekt

CSU-Klausur in Seeon

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat alle überrascht

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    Alexander Hoffmann war erstmals Gastgeber der Klausur der CSU-Landesgruppe in Kloster Seeon.
    Alexander Hoffmann war erstmals Gastgeber der Klausur der CSU-Landesgruppe in Kloster Seeon. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Immerhin: Spötteleien vom Chef über seine Klamotten musste sich Alexander Hoffmann in Kloster Seeon nicht gefallen lassen. Das lag auch daran, dass der Vorsitzende der CSU-Bundestagsabgeordneten nicht die modisch zumindest fragwürdigen daunendicken Jacken seines Vorgängers Alexander Dobrindt auftrug, für die sich selbiger beinahe traditionell Lästereien von Markus Söder anhören durfte. Hoffmann absolvierte die zahlreichen Pressetermine stattdessen trotz klirrender Kälte in einem dünnen grauen Filzmantel. Dass Söder den Gastgeber der Klausur bei dessen Premiere auffallend freundlich behandelte, hat aber auch damit zu tun, dass der Würzburger zu den echten Überraschungen in der neu aufgestellten Berliner CSU-Mannschaft zählt.

    Hoffmanns Aufgabe: den Laden zusammenhalten

    Kaum einer hatte Hoffmann auf der Rechnung, als es im April darum ging, einen neuen Landesgruppenchef im Bundestag zu finden. Dobrindt, dem diese Rolle als Stratege und Vermittler auf den Leib geschneidert war und der bis heute hinter den Kulissen mitmischt, wechselte an die Spitze des Innenministeriums. So wurde eine Stelle frei, die seit jeher als Sprungbrett galt. Schwergewichte wie Franz Josef Strauß oder Theo Waigel übernahmen einst diesen Job, in dem es nicht nur darum geht, den Laden zusammenzuhalten, sondern auch ein Scharnier zwischen Berlin und München zu bilden.

    Als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe rückt Alexander Hoffmann nun zunehmend in den Vordergrund.
    Als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe rückt Alexander Hoffmann nun zunehmend in den Vordergrund. Foto: Christoph Soeder, dpa

    Nach den Erfahrungen aus der Ampel-Zeit, in der gegenseitiges Misstrauen zwischen den Koalitionspartnern regierte, war es die oberste Devise von Union und SPD, für Ruhe und Geschlossenheit in den eigenen Fraktionen zu sorgen. Dass dies ausgerechnet dem weitgehend unbekannten Hoffmann bislang am besten gelingt, war so nicht zu erwarten. Während der Vorsitzende der Unions-Fraktion, Jens Spahn, schon nach wenigen Monaten schwer angeschlagen und auch dessen SPD-Kollege Matthias Miersch nicht unumstritten ist, führt der Franke seine Landesgruppe weitgehend geräuschlos.

    Um die Schlagzeilen kümmert sich Markus Söder selbst

    Nun kann man darüber streiten, ob eine solche Geräuschlosigkeit zum Selbstverständnis der CSU passt, wo doch Dobrindt in Berlin stets verlässlich für Medienpräsenz gesorgt hatte. Aber da sich Söder ja ohnehin gerne selbst um die Schlagzeilen kümmert, fällt das nicht allzu sehr ins Gewicht. Der Parteichef jedenfalls zeigt sich sehr zufrieden mit seiner Personalentscheidung. Das täte er vermutlich auch dann, wenn er sie in Wahrheit bereuen würde. Aber es fiel während der Klausur in Seeon schon auf, dass Söder den 50-Jährigen nicht nur lobte, wenn die Kameras liefen (“Erwartungen mehr als erfüllt“), sondern auch abseits des Scheinwerferlichts.

    Auch in der SPD wird Alexander Hoffmann geschätzt

    Selbst in den Reihen der SPD genießt der CSU-Mann Ansehen. Das mag auch daran liegen, dass er einmal erzählte, er komme aus einem Elternhaus, in dem Sozialdemokratie nicht automatisch als etwas Schlechtes galt. Man konnte sich bislang aber einfach auch meist auf Hoffmann verlassen. Und die fehlenden Ecken und Kanten? Daran arbeitet er. In Seeon zum Beispiel ließ er aufhorchen, als er die AfD als „Erzfeind“ der Union bezeichnete. Zur Erinnerung: Fraktionschef Spahn hatte erst vor kurzem seine Fühler nach Rechtsaußen ausgestreckt.

    So langsam tritt Hoffmann aus dem Schatten seines Vorgängers. Dass er ihn noch nicht ganz losgeworden ist, wurde bei der Klausur allerdings auch deutlich. Traditionell lädt der Landesgruppenchef an einem der Abende die Journalisten zum vertraulichen Hintergrundgespräch. Das Interesse war groß. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass Hoffmann quasi als Vorband im Programm stand. Im Anschluss folgte auf derselben Bühne ein zweiter Auftritt, der fast bis Mitternacht dauerte: der von Alexander Dobrindt.

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