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So will der Verkehrsminister den Führerschein billiger machen

Mobilität

Mit diesen Maßnahmen will der Verkehrsminister den Führerschein günstiger machen

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    Der Führerschein ist ein Meilenstein im Leben vieler junger Menschen. Das Problem: Die Fahrerlaubnis wird immer teurer.
    Der Führerschein ist ein Meilenstein im Leben vieler junger Menschen. Das Problem: Die Fahrerlaubnis wird immer teurer. Foto: Alexander Raths, stock.adobe.com

    Wer als Jugendlicher den Führerschein machen will, muss entweder viel gespart haben oder generöse Eltern haben. Im Durchschnitt kostet die Fahrerlaubnis laut Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder mittlerweile 3400 Euro. Die Spanne reicht von 2500 bis 4500 Euro. Für den CDU-Politiker ist das zu viel. „Wenn Jugendliche oder Berufseinsteiger mehrere tausend Euro aufbringen müssen, um mobil zu werden, dann läuft etwas schief. (…) Wir wollen, dass der Führerschein für alle erreichbar bleibt“, sagte Schnieder am Donnerstag in Berlin. Gerade im ländlichen Raum gehe ohne Auto nichts.

    Er kündigte ein Bündel von Maßnahmen an, um die Preise nach unten zu drücken. Darunter ist die Ausbildung im Simulator statt Fahrstunden auf der Straße. Damit sollen zum Beispiel die Fahrten im Auto mit Schaltgetriebe überflüssig gemacht werden, die praktische Prüfung kann dann im Automatikwagen abgelegt werden. Praktischer Vorteil: Die Fahrschulen brauchen keine Autos mit Schaltung anschaffen. Für die Theoriestunden will Schnieder die Pflicht zur Präsenz aufheben, die Fahrschule soll sie vollständig digital anbieten können, zum Beispiel per App oder über Videokonferenzen. Gegebenenfalls entfällt dadurch die Miete für den Schulungsraum.

    Die Fahrschulen sollen sich Autos mit Schaltung sparen können

    Der Fragenkatalog für die Theorieprüfung ist in den vergangenen Jahren immer länger geworden. Deshalb soll er um ein Drittel von derzeit rund 1200 auf 750 gekürzt werden. Reduzieren will der Minister auch die Zahl der Nacht-, Sonder- und Überlandfahrten. Zu seinen Vorschlägen zählt auch, die Fahrzeit in der praktischen Prüfung auf das europäische Mindestmaß von 25 Minuten zu senken und die Dokumentationspflichten für die Fahrlehrer zu straffen. Anleihen genommen hat Schnieder in Österreich. Dort können enge Verwandte – Eltern, Geschwister – mit dem Fahrschüler auf der Straße üben, um mehr Praxis hinter dem Lenkrad zu haben. „In Österreich funktioniert dieses Modell gut. Wir wollen es zumindest mal erproben“, meinte der Verkehrsminister. Wie genau dieses Experiment gestartet werden soll, ließ er offen.

    Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat die Eckpunkte der Fahrschulausbildungsreform vorgestellt.
    Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat die Eckpunkte der Fahrschulausbildungsreform vorgestellt. Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa

    Die Kosten der Fahrschulen sollen in einem Verzeichnis einsehbar sein

    Schnieder wollte nicht beziffern, wie viel Geld seine Vorschläge einsparen würden. „Ich glaube, dass wir in der Summe dieser Vorschläge zu einer deutlichen Reduzierung kommen.“ An der Sicherheit der Ausbildung will der Minister nicht sparen. „Junge Menschen lernen heute anders als vor 20 Jahren. Sicherheit und Bezahlbarkeit schließen sich nicht aus.“ Damit die Fahrschüler vergleichen können, werden die Fahrschulen Kosten und Durchfallquoten künftig in ein Onlineverzeichnis stellen müssen. Die rechtlichen Änderungen sollen im ersten Halbjahr nächsten Jahres auf den Weg gebracht werden.

    Auch wenn die Fahrerlaubnis unter Bundesrecht fällt: In Bayern hat sich die Staatsregierung ebenfalls zum Ziel gesetzt, die Führerscheinkosten zu senken. Einen entsprechenden Antrag haben CSU und Freie Wähler im Januar in den Landtag eingebracht, nun will man sich für eine Bundesratsinitiative einsetzen. CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek begrüßt Schnieders Vorstoß, betont allerdings gegenüber unserer Redaktion: „Es braucht mehr für einen großen Befreiungsschlag.“ Man müsse alle Möglichkeiten zur Kostensenkung nutzen – „entrümpeln, entbürokratisieren, digitalisieren und modernisieren, damit der Weg zum Führerschein nicht länger ein finanzieller Kraftakt ist“. Auch im CSU-Konzept eines freiwilligen „Bayernjahrs“, bei dem sich junge Menschen zwölf Monate in mehreren Bereichen engagieren sollen, wird der kostenlose Führerschein als Anreiz genannt.

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