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United Tribuns verboten: Rockerklub-Verbot von Nancy Faeser

Schwere Straftaten

Rockerclub "United Tribuns" verboten – Durchsuchungen in neun Bundesländern

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    Mitglieder der "United Tribuns" im April 2016 in Heidenheim (Baden-Württemberg). Nun wurde der Klub verboten.
    Mitglieder der "United Tribuns" im April 2016 in Heidenheim (Baden-Württemberg). Nun wurde der Klub verboten. Foto: picture alliance, dpa (Archivbild)

    Seit Monaten werden Mitgliedern der Gruppierung "United Tribuns" schwerste Straftaten zur Last gelegt. Nun hat die Bundesregierung reagiert und den Rockerclub verboten. Das gab Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Mittwoch bekannt. "Mitglieder der Gruppierung 'United Tribuns' haben schwerste Straftaten begangen: Sexualstraftaten, Menschenhandelsdelikte und versuchte Tötungsdelikte. Deshalb habe ich heute United Tribuns verboten", twitterte die SPD-Politikerin.

    Verbot von United Tribuns: Durchsuchungen in neun Bundesländern

    Im Zuge des Verbots kam es laut Faeser am Mittwochmorgen zu zahlreichen Durchsuchungen in neun Bundesländern. "Wir müssen als Rechtsstaat sehr deutlich zeigen, dass wir Gruppierungen, von denen so schwere Straftaten ausgehen, nicht dulden. Vereinsverbote sind ein scharfes Schwert, von dem wir in genau diesen Fällen Gebrauch machen", erklärte die 52-Jährige.

    Der Gesamtverein "United Tribuns" soll mit seinen 13 Chaptern aufgelöst werden, das Vereinsvermögen wird beschlagnahmt. Das geht aus Angaben des Ministeriums hervor. Demnach dürfen Kennzeichen des Clubs in Zukunft "weder verbreitet noch öffentlich oder in einer Versammlung verwendet werden". Auch das Bilden von Ersatzorganisationen ist verboten. Das Vereinsverbot wurde von Faeser in Abstimmung mit den Innenministerien der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Hamburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein entschieden. Das Bundeskriminalamt erklärte, dass rund 100 Mitglieder in Deutschland direkt von dem Verbot betroffen sind.

    United Tribuns verboten: Mitgliedern werden schwerste Straftaten zur Last gelegt

    Laut Ministeriumsangaben sollen Mitglieder des Rockerclubs schwerste Straftaten begangen haben. Zu diesen zählen Sexual- und Menschenhandelsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Betrugsdelikte, Körperverletzungsdelikte und Tötungsdelikte. Letztere sollen vor allem im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen mit anderen Rockergruppierungen stehen. So endeten offenbar gewalttätige Auseinandersetzungen mit den "Hells Angels" tödlich. "Rockerkriminalität ist von großer Brutalität geprägt. Auseinandersetzungen im Rockermilieu gefährden immer wieder völlig unbeteiligte Menschen. Bei allen beteiligten Einsatzkräften bedanke ich mich sehr für die gut vorbereiteten und konsequenten Maßnahmen", twitterte Faeser bezüglich der Rivalitäten.

    Ein ehemaliger bosnischer Boxer soll die "United Tribuns" im Jahr 2004 in Villingen-Schwenningen gegründet haben. In der Folge stieg der Klub zu einer der mächtigsten rockerähnlichen Gruppierungen Deutschlands auf. Er gehört auch zu den Rockerclubs mit den meisten Mitgliedern. Die "United Tribuns" sehen sich laut eigener Aussage als eine "Bruderschaft", welche eine Affinität zum Fitnessmilieu und Kampfsport innehat.

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