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Vetternwirtschaft bei der AfD: Der Vorwurf tritt die Partei an einem wunden Punkt

Kommentar

Der Vorwurf der Vetternwirtschaft trifft die AfD an einem ganz wunden Punkt

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    AfD-Chef Tino Chrupalla.
    AfD-Chef Tino Chrupalla. Foto: Alicia Windzio, dpa (Archivbild)

    Affären und Skandale gibt es bei der AfD quasi am laufenden Band. Doch auf die Wählergunst ausgewirkt haben sie sich bislang kaum. Je brauner der Dreck, so scheint es mitunter, desto gründlicher perlt er an der Teflon-Oberfläche einer rechtspopulistisch imprägnierten Anhängerschaft ab. Wessen rassistische Parolen in geheimen Chats aufflogen, wer einräumen musste, in der Jugend in verbotenen Neonazi-Kameradschaften verkehrt zu haben, der konnte sich teils sogar über Schulterklopfen von der Basis freuen. Und sich als Opfer von Schmutzkampagnen stilisieren.

    Vorwürfe erschüttern das Selbstbild

    Doch die Vetternwirtschafts-Vorwürfe, die aus Sachsen-Anhalt nun auf die Gesamtpartei und sogar deren Chef Tino Chrupalla übergreifen, treffen die AfD an ihrem empfindlichsten Punkt. Denn sie erschüttern das sorgfältig kultivierte Selbstbild von den aufrechten Kämpfern gegen vermeintlich korrupte Eliten, die sich schamlos am Geld der Allgemeinheit bereichern.

    Der Schmutzkampagnen-Reflex greift hier nicht

    Wie es nun aussieht, haben führende AfD-Leute es zu großer Meisterschaft darin gebracht, dafür zu sorgen, dass möglichst viel Staatsgeld in den eigenen Familien bleibt. Frei nach dem Motto: Beschäftigst Du meinen Verwandten in Deinem Abgeordnetenbüro, stelle ich Deine Ehefrau an, ist da offenbar ein stattliches Netz von auffälligen Beschäftigungsverhältnissen entstanden. Und es geht um Vergütungen, von denen die sogenannten „kleinen Leute“, deren Anwalt zu sein die AfD vorgibt, nur träumen können. Nicht unbedingt verboten sind diese Praktiken, aber anrüchig allemal. Die Vorwürfe kommen noch dazu aus den eigenen Reihen – so greift auch der übliche Schmutzkampagnen-Vorwurf nicht.

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