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Wahlkampf: Markus Söder bringt Manuel Hagel ins Schwimmen

Wahlkampf

Markus Söder bringt Manuel Hagel ins Schwimmen

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    Markus Söder (links) war im Nordschwarzwald zu Gast beim baden-württembergischen CDU-Chef Manuel Hagel.
    Markus Söder (links) war im Nordschwarzwald zu Gast beim baden-württembergischen CDU-Chef Manuel Hagel. Foto: Silas Stein, dpa

    Markus Söder ist das, was Manuel Hagel noch werden will: eine Marke. Der eine Ministerpräsident von Bayern und Schattenkanzler in Berlin, der andere ein bundesweit kaum bekannter Landespolitiker aus Baden-Württemberg. Noch jedenfalls. Im Frühjahr will Hagel das Ländle für die CDU zurückerobern und die Grünen nach 15 Jahren wegen Eigenbedarfs aus der Villa Reitzenstein hinauskomplimentieren. Der 37-Jährige ahnt, dass das kein Selbstläufer wird. Erst recht, weil die Grünen mit Cem Özdemir einen charismatischen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Und weil auf Söder immer Verlass ist, wenn es um die Grünen geht, hat sich Hagel den CSU-Chef als Wahlhelfer geholt – in der vagen Ahnung, dass der Platz neben dem Franken auf der Bühne nur selten für die Hauptrolle vorgesehen ist.

    Markus Söder liebt Abende wie diesen

    Söder liebt Abende wie diesen im Nordschwarzwald: die Scheinwerfer auf ihn, ein Mikrofon, ein wohlwollendes Publikum und keine lästigen Fragen. Früher als die meisten anderen hat er verinnerlicht, dass Politik auch unterhalten muss, wenn man in Zeiten von TikTok und Instagram die Menschen noch erreichen will. Sein Gastgeber Hagel wiederum ist eher der Typ smarter Unternehmensberater, arbeitet also noch am eigenen Entertainment-Faktor. Und mancher in der CDU dürfte insgeheim gezittert haben, ob es für die eigene Profilierung die allerbeste Idee war, sich ausgerechnet die „Rampensau“ aus Bayern an die Seite zu holen.

    Söder jedenfalls liefert, spielt routiniert seine Bierzeltklassiker, erheitert das Publikum, kann allerdings nicht durchgehend der Versuchung widerstehen, auch Spötteleien auf Kosten des gastgebenden Kollegen einzustreuen. Hagel scheint gewappnet. Als es, natürlich, mal wieder ums Essen geht, und Foodfluencer Söder, der am selbigen Tag übrigens fotografisch dokumentiert Blutwurst zu Mittag hatte, angesichts des schlanken Kollegen die These „Du isst ja nicht viel“ aufstellt, kann Hagel mit dem Konter „Bei mir gibt es halt nicht nur Hagel isst, sondern auch Hagel joggt“ einen humoristischen Achtungserfolg beim Publikum erzielen. Doch Söder wäre nicht Söder, hätte er nicht noch einen in petto. „In deinem Alter bin ich auch noch sinnlos durch die Gegend gerannt“, sagt der 58-Jährige, sportliche Hochgefühle habe er dabei aber nicht empfunden. Inzwischen setzt er mehr auf Radfahren und Schwimmen.

    Manuel Hagel will werden, was Markus Söder schon ist: Ministerpräsident.
    Manuel Hagel will werden, was Markus Söder schon ist: Ministerpräsident. Foto: Silas Stein, dpa

    Und weil der CSU-Chef zwar durchaus über sich selbst lachen kann, aber doch stets darauf bedacht ist, letztlich als Punktsieger aus derlei rhetorischen Ringkämpfen hervorzugehen, legt er gleich nach – und bringt nun Hagel ins Schwimmen. Auf die Frage, ob er selbst denn neben dem Joggen auch Schwimmen gehe, hält sich der CDU-Politiker zunächst mit dem Verweis über Wasser, dass er immerhin das „Seepferdchen“ habe (vom Beckenrand springen, 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser holen, Anmerkung der Redaktion). Doch Söders kann einfach nicht anders und kontert: „Ich hab den Rettungsschwimmer. Deswegen bin ich heute ja auch da, um dir zu helfen.“

    Auch Manuel Hagel sitzt die AfD im Nacken

    Untergegangen ist Hagel trotzdem nicht an diesem Abend. Und um echte Inhalte ging es schon auch noch. Um die Migrationspolitik zum Beispiel, und Rückführungen nach Syrien. Hagel betont, es gehe „um Herz und Härte“ und darum, „dass wir unser Land wieder in Ordnung bringen und den Zustand von vor 2015 wieder herstellen“. Auch ihm sitzt die AfD im Nacken, die in Baden-Württemberg inzwischen rund 20 Prozent der Wähler anspricht. Wähler, die zu Zeiten von Lothar Späth oder Erwin Teufel noch der CDU ihre Stimme gegeben hatten. Die beiden waren als Ministerpräsidenten bundesweit bekannte Marken. Manuel Hagel arbeitet daran.

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