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Warum die Postkarten-Aktion der Bundeswehr nicht als Aufreger taugt

Kommentar

Postkarten an junge Menschen: Natürlich darf die Bundeswehr das

Michael Stifter
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    So sieht die Karte aus, die personalisiert von der Bundeswehr an etwa 630.000 junge Menschen verschickt wurde.
    So sieht die Karte aus, die personalisiert von der Bundeswehr an etwa 630.000 junge Menschen verschickt wurde. Foto: Bundeswehr

    Der bloße Gedanke daran, das eigene Kind könnte im schlimmsten Fall in einen Krieg verwickelt werden, schnürt jeder Mutter, jedem Vater die Kehle zu. Und gerade deshalb ist es so wichtig, Menschen ihre Ängste zu nehmen, ohne dabei die Realität auszublenden.

    Realität ist, dass dieses Europa nicht mehr so friedlich ist, wie wir alle uns das nach dem Ende des Kalten Krieges erhofft hatten. Kreml-Herrscher Wladimir Putin hat die Welt zurück in ein kriegerisches Zeitalter gestürzt, auf die Vereinigten Staaten von Donald Trump ist kein Verlass mehr. Darauf muss die Regierung Antworten finden, muss alte Entscheidungen korrigieren.

    Wehrdienstleistende müssen nicht gleich in den Krieg ziehen

    Dazu gehört es auch, die eigenen Streitkräfte wieder aufzurüsten. Das bedeutet aber eben noch lange nicht, dass junge Menschen, die ihren Wehrdienst leisten (derzeit ja ohnehin freiwillig) oder sich für einen Job bei der Bundeswehr interessieren, gleich in den Kampf ziehen müssen. Zu oft wird – auch aus der Emotion heraus – vieles durcheinandergeworfen.

    Über den fast lapidaren Marketing-Tonfall der Postkarten, mit denen die Bundeswehr momentan junge Menschen anspricht, darf man sich wundern. Dass die Truppe grundsätzlich um Nachwuchskräfte wirbt, muss aber doch selbstverständlich sein.

    Viele Deutsche sind dem eigenen Militär gegenüber misstrauisch. Aus der Geschichte heraus mag man das verstehen. In einer Zeit, in der wieder die Macht des Stärkeren diese Welt regiert, braucht dieses Land aber eine stabile, schlagkräftige Armee. Das ist bitter, das kann man beklagen, ändern lässt es sich nicht. Die Bundeswehr gehört in die Mitte der Gesellschaft.

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