Was wünscht man einem, der schon wurde, was er immer sein wollte? Friedrich Merz war sein halbes Leben lang das unerfüllte Versprechen der Union. Nun, da sich seine große Hoffnung doch noch erfüllt hat, er also tatsächlich Kanzler ist, scheint an jener Stelle, wo einst die Hoffnung der anderen war, eine gewisse Leere entstanden zu sein. Diagnose: Phantom-Merz.
Erinnerungen an Adenauer: Hoffnung für Friedrich Merz?
Jetzt hätte er schließlich die Macht, all das zu tun, was er vorher von der Tribüne aus gefordert hatte. Hätte. Aber wir kennen das ja selbst: Theorie und Praxis. In der Theorie würden wir ja den Elfmeter, den dieser unfähige Bundesliga-Millionär an den Pfosten gesetzt hat, eiskalt reinmachen. Und wir wissen schon lange, was die da oben in Berlin – oder Bonn, wie Merz sagen würde – zu tun hätten, um das Land auf die Beine zu kriegen.
Nur uns fragt ja keiner. Worüber wir insgeheim aber auch ganz froh sind. Weil: Machen sollen es dann doch lieber die anderen. Wozu haben wir schließlich einen Kanzler?
Friedrich Merz wird 70: So alt sind die Regierungschefs im Ausland
Und damit also zurück zu Friedrich Merz. Der hat an diesem Dienstag Geburtstag. 70 Jahre. Da muss man jetzt natürlich aufpassen: Weil Alter immer heikel. Manche würden sagen: Rente mit 67 ist keine schlechte Idee. Andere werden mit dem guten Wein daherkommen, der doch mit den Jahren immer besser und so. Außerdem: Donald Trump wird nächstes Jahr 80, Kameruns Präsident hat gerade mit 92 Jahren seinen Vertrag verlängert. Und Konrad Adenauer? Hat mit 73 überhaupt erst so richtig losgelegt.
Was also wünscht man jetzt diesem Jungspund Merz? Neben Gesundheit natürlich! Vielleicht am besten, dass sich all die Hoffnungen doch noch erfüllen mögen. Also jene, die andere in ihn gesetzt hatten. Prost, Kanzler!
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