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Zu viele Teilzeitstellen? Die Union hätte da eine Idee.

Kommentar

Deutschland ist eine Teilzeitrepublik – doch die Politik kann daran wenig ändern

Rudi Wais
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    Im 1. Quartal 2025 wurde so viel in Teilzeit gearbeitet wie noch nie zuvor in Deutschland
    Im 1. Quartal 2025 wurde so viel in Teilzeit gearbeitet wie noch nie zuvor in Deutschland Foto: Peter Kneffel, dpa

    Der Streit um die Teilzeit ist so überflüssig wie der berühmte Kropf. Wer Kinder zu betreuen hat, Angehörige zu pflegen oder sich neben dem Beruf noch weiterbilden will, soll auch nach den Plänen der Union künftig ein Recht auf eine Teilzeitstelle haben. So weit, so vernünftig. Wie groß das Phänomen der Lifestyle-Teilzeit ist, also die Reduzierung der Arbeitszeit aus eher hedonistischen Motiven, lässt sich nicht wirklich beziffern. Unklug ist es so oder so. Eine Teilzeitstelle bringt später schließlich auch nur eine Teilzeitrente. In den Debatten über eine ausgewogenere Work-Life-Balance wird das nur allzu gerne vergessen.

    Nur in den Niederlanden und in Österreich sind die Teilzeit-Quoten höher

    Trotzdem hat Deutschland ein Teilzeitproblem. 29 Prozent der Erwerbstätigen haben im Jahr 2024 nur in Teilzeit gearbeitet, damit liegt die Bundesrepublik in EU-Europa hinter den Niederlanden und Österreich auf Platz drei und weit über dem europäischen Durchschnitt von 18 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig, sie reichen von fehlenden Kita-Plätzen über viel zu starre Arbeitszeitmodelle in Unternehmen bis zur körperlichen Belastung in den Pflegeberufen, wo fast zwei Drittel der Beschäftigten in Teilzeit oder in Minijobs arbeiten.

    Ein Land, das über Fachkräftemangel klagt und um seinen Wohlstand fürchtet, kann sich solche Quoten eigentlich nicht leisten. Um mehr Menschen in Vollzeit zu locken, müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen – und auf die hat die Politik nur begrenzt Einfluss.

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