Immer wieder entdeckt Aylin, 25, in Menschenmengen das Gesicht ihres Vaters, ihrer Mutter, ihres Onkels in der deutschen Stadt, in der sie lebt. "Das ist Einbildung, ich weiß", sagt sie. Häufig verspüre sie dann Panik, die sich an ihr festsaugt wie ein Blutegel. Seit sie vor fünf Jahren aus einer Zwangsehe in der Türkei ausgebrochen ist, wacht sie nachts oft schreiend auf. Inzwischen seltener, aber das hat gedauert.