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Ausflugstipp
03.06.2022

Auf Hohenschwangau den bayerischen Royals ganz nahe

Die Familienburg der Wittelsbacher: Schloss Hohenschwangau bei Füssen

Hohenschwangau – wo die Königsfamilie ihre Ferien verbrachte und ihre Leidenschaft fürs Bergsteigen auslebte.

Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Als Marie, die frisch verheiratete Kronprinzessin, zwei Wochen nach ihrer Hochzeit das erste Mal nach Hohenschwangau kam, soll sie minutenlang geschwiegen und die Szenerie betrachtet haben. Das Schloss, das mit seinen gezinnten Türmen einer mittelalterlichen Burg ähnelt, die imposanten Allgäuer Berge, die Lage direkt am Alpsee… ein Dorado für die naturbegeisterte Prinzessin aus Preußen. Das perfekte Basislager für ihre weitschweifigen Bergtouren, die sie mit samt ihrer Entourage und später auch mit ihren Söhnen Ludwig und Otto unternahm.

Wer sich von Schwangau kommend den Schlössern nähert, dem fällt natürlich als erstes das markante weiße Märchenschloss ist Auge. Neuschwanstein. Und dann erst, rechts und tiefer gelegen, das gelbe Hohenschwangau. Die internationalen Touristengruppen fahren mit den Pferdekutschen natürlich hinauf zu Neuschwanstein, das schließlich fester Bestandteil jeder Europa-in-Sieben-Tagen-Tour-ist.

Hohenschwangau lässt die Geschichte lebendig erscheinen

Gemütlicher geht es allerdings auf Hohenschwangau zu. Ein Teil des Schlosses wird noch immer privat von den Wittelsbachern genutzt. Aber auch Hohenschwangau zählt zu den großen Touristenattraktionen im Allgäu. Also hinein! Nur ein paar Treppen und schon steht man quasi im königlichen Billardzimmer. Hohenschwangau ist das gemütlichste und privateste Schloss im Vergleich mit Neuschwanstein oder Linderhof.

Das Märchenschloss ist der Hauptanziehungspunkt für Touristen. Hohenschwangau dagegen ist kleiner und privater.
Foto: Benedikt Siegert (Archivbild)

Die Einrichtung ist noch aus der Biedermeierzeit. Fast automatisch stellt man sich die Bewohner vor, wie sie lesen, Briefe schreiben oder die nächste Bergtour planen. Ludwig II. verbrachte hier seine Kindheit, seine Mutter Marie sorgte für das alpine Ferienprogramm. Auch sie unternahm gerne nächtliche Ausflüge in die Allgäuer Bergwelt, die an die berüchtigten Ausfahrten Ludwig II. erinnern. Im ersten Stock des Schlosses residierte Königin Marie, im zweiten ihr Mann König Max II. Eine Geheimtreppe verbindet die beiden Stockwerke, aber pssst...

Eine Schlossbesichtigung wie ein Galeriebummel

Hohenschwangau ist ein einziges Bilderbuch, der Rundgang durch die Räume gleicht fast einem Galeriebummel. Über 90 Wandgemälde zeigen die Geschichte des Schlosses, Sagen und Mythen. Im Heldensaal wird die Dietrichsage dargestellt, im Hohenstaufenzimmer geht es um die Geschichte des Kaisergeschlechts und im Schwanenrittersaal, der als Speisezimmer genutzt wurde, ziert Lohengrin, der berühmte Schwanenritter, die Wände. Die knapp einstündige Tour durch das Schloss vergeht schnell wie ein Wimpernschlag.

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Außerdem interessant:

  • Führung Das Schloss kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Tickets können online vorbestellt werden.
  • Berggasthaus Bleckenau Die Tour dauert etwa 1½ Stunden zur ehem. königlichen Jagdhütte. Hier gibt es deftige Küche.
  • Lektüre Um Hohenschwangau und Königin Marie geht es unter anderem auch in der aktuellen Ausgabe (Sommer 2022) der Zeitschrift „Griaß di Allgäu“.
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