Eine atemberaubende und vielerorts unberührte Natur, ein hoher Lebensstandard und eine hervorragende Work-Life-Balance: Es gibt mehrere Gründe, wegen der Schweden als beliebtes Ziel für Auswanderer gilt – und wegen der in Schweden enorm glückliche Menschen leben sollen. Im „World Happiness Report 2026“ landete Schweden auf Platz fünf.
Auch von Deutschland aus machen sich jedes Jahr Menschen auf, um sich ein neues Leben im skandinavischen Land aufzubauen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gibt an, dass 2024 gut 33.000 deutsche Staatsbürger in Schweden gelebt haben. Doch welche Hürden gibt es bei der Auswanderung nach Schweden und welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Ein Überblick.
Nach Schweden auswandern: Braucht es eine Aufenthaltserlaubnis?
Schweden ist seit dem 1. Januar 1995 Mitglied der Europäischen Union (EU). Das macht es Auswanderern mit deutscher Staatsbürgerschaft leicht, denn alle Staatsangehörige von EU-Mitgliedstaaten dürfen ohne Aufenthaltsgenehmigung in Schweden leben, studieren und arbeiten, informiert die Schwedische Botschaft in Berlin. Allerdings muss der Umzug gemeldet werden. „Wenn Sie beabsichtigen, sich für mindestens ein Jahr in Schweden aufzuhalten, um dort zu arbeiten, zu studieren oder von eigenen Mitteln zu leben, müssen Sie den Behörden Ihren Umzug nach Schweden melden und sich im schwedischen Melderegister eintragen lassen“, erklärt das schwedische Ausländeramt (Migrationsverket).
Alle Familienmitglieder von EU-Bürgern benötigen eine Aufenthaltskarte, um dauerhaft in Schweden bleiben zu können. Laut dem schwedischen Ausländeramt werden unbefristete und befristete Aufenthaltskarten ausgegeben. Damit sie bewilligt werden, muss nachgewiesen werden, dass man in Schweden arbeitet, studiert oder anderweitig über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um sich selbst versorgen zu können.
Auswanderer nach Schweden: Die Personennummer als Schlüssel
Die Personennummer (Personnummer) ist für ein Leben in Schweden zentral. Sie wird vom Finanzamt (Skatteverket) zugeteilt und dient als Identifikationsnummer. Ohne sie ist es kaum möglich, eine Wohnung zu mieten, einen Handyvertrag abzuschließen oder ein Bankkonto zu eröffnen. Laut dem schwedischen Finanzamt ist es Voraussetzung, im schwedischen Melderegister eingetragen zu sein. Auswanderer müssen im Prozess nachweisen, dass sie in Schweden leben und arbeiten oder arbeiten werden.
In Schweden arbeiten: Welche Hürden gibt es auf dem Arbeitsmarkt?
Alle deutschen Staatsbürger brauchen keine Arbeitserlaubnis, um in Schweden zu arbeiten. Das ergibt sich aus dem EU-Grundsatz der Arbeitnehmerfreizügigkeit (Artikel 45 AEUV). Wer kein EU-Staatsbürger ist, muss die Arbeitsgenehmigung laut dem schwedischen Ausländeramt vor einem Umzug beantragen. Die Bewilligung ist in der Regel an ein konkretes Jobangebot oder einen bereits existierenden Arbeitsvertrag geknüpft.
Gute Aussichten auf einen Job gibt es laut der Deutsch-Schwedischen Handelskammer unter anderem im Maschinenbau, der Energie- und Elektrotechnik, im Bildungssektor und der IT-Branche. Als IT-Fachkraft ist demnach mit einem durchschnittlichen Gehalt von umgerechnet 3100 bis 5800 Euro zu rechnen. Pädagogische Fachkräfte verdienen zwischen 2950 und 4380 Euro. Und in technischen Berufen liegt der Durchschnitt bei einem Gehalt zwischen 3200 und 4800 Euro.
Hierarchien sind in schwedischen Unternehmen in der Regel flach, informiert die Deutsch-Schwedische Handelskammer. Eine ausgewogene Work-Life-Balance hat einen hohen Stellenwert. Durchschnittlich wird in Schweden in einem Vollzeitjob zwischen 33 und 38 Stunden die Woche gearbeitet. Überstunden und anderweitige Mehrarbeit fallen in der Regel nicht an.
In Schweden leben: Wie steht es um die Krankenversicherung?
In Schweden stellt die Krankenversicherung keine eigenständige Versicherung dar. Stattdessen ist sie in den staatlichen Apparat integriert. Auf ihrer offiziellen Website informiert die Krankenversicherung, dass alle Personen staatlich krankenversichert sind, die eine Personennummer besitzen.
Problematisch wird es lediglich für Personen, die ohne eine Beschäftigung in Schweden auswandern. Derartige Auswanderer müssen eine private Krankenversicherung vorweisen, die im Ernstfall umfassende Kosten abdeckt.
Leben in Schweden: Wie groß ist die Sprachbarriere?
Schwedisch stellt die Amtssprache in Schweden dar. Laut der Nordischen Sprach-Akademie Köln (Nordika) leben in Schweden rund neun Millionen Muttersprachler, fast die komplette Bevölkerung von 10,5 Millionen Menschen ist des Schwedischen mächtig. Zudem leben in Finnland knapp 300.000 Finnland-Schweden, die ebenfalls Schwedisch sprechen. Die gute Nachricht für deutsche Auswanderer: Die schwedische Sprache gehört laut der Nordika wie Deutsch und Englisch zu den germanischen Sprachen. Es gibt daher viele Gemeinsamkeiten, die das Erlernen von Schwedisch für Deutschsprachige vergleichsweise einfach macht.
Wer Englisch spricht, kommt in Schweden auch ohne die Amtssprache weit. Zwischen 80 und 90 Prozent der Schweden sprechen Englisch. Im EF English Proficiency Index 2025, in dem die Länder, in denen Englisch keine Amtssprache ist, nach den Englischkenntnissen ihrer Bevölkerung bewertet werden, belegte Schweden Rang acht.
Auch interessant: Es gibt Länder, die Prämien an Zuwanderer auszahlen. Auswanderer können bis zu 100.000 Euro erhalten.
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