Immer mehr Inseln wehren sich gegen den Ansturm von Touristen, an Selfie-Hotspots wächst die Abneigung gegen übergriffige Gäste aus aller Welt. In Massen-Destinationen klagen die Menschen, dass sie sich das Wohnen und Leben kaum mehr leisten können. Der Tourismus
droht durch Overtourism immer mehr in Verruf zu geraten. Doch es geht auch anders, wie
alljährlich der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung mit den To Do! Awards beweist.
Auch in diesem Jahr würdigt die Initiative wieder touristische Projekte, bei denen die Rechte der Menschen respektiert werden, ein friedliches Miteinander ermöglicht wird und die Wertschöpfung im Land bleibt. Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, die am Montag, 3. März startet, werden für 2026 folgende Projekte für ihre nachhaltige Arbeit ausgezeichnet: „WildyNess“ in Tunesien und „3 Sisters Adventure Trekking“ in Nepal.
Das Outdoor-Unternehmen WildyNess hat sich der Entwicklung eines verantwortlichen Tourismus in Tunesien verschrieben. WildyNess ist auf Outdoor- und Abenteuertourismus spezialisiert und bietet laut dem Studienkreis für Tourismus und Entwicklung authentische Reisen, die sowohl die Ökologie als auch die Gemeinschaft stärken. Bei den Touren geht es darum, die Gäste mit dem reichen Natur- und Kulturerbe des Landes vertraut machen. Weil WildyNess dabei aber eng mit den Gemeinschaften vor Ort zusammenarbeitet, sorgt die Initiative auch für Verdienstmöglichkeiten in ländlichen Gegenden. Außerdem erfahren die
Menschen, wie wichtig Naturschutz ist, um ihre Einkommensquelle zu sichern. Die Bewohner und Bewohnerinnen der örtlichen Dorfgemeinschaften planen mit, sie arbeiten als Gästeführer und sind Gastgeber. Das sorgt dafür, dass die Gelder in der Region bleiben und so direkt zur sozialen Entwicklung vor Ort beitragen. Damit zeige WildlyNess, wie Tourismus zur Bewahrung der Natur beitragen und dabei helfen kann, junge Menschen und örtliche Unternehmer zu unterstützen, so die Jury. Kontakt: https://wildyness.com
Wie Frauen in Nepal Trekking-Guides wurden
Auch das andere ausgezeichnete Tourismusprojekt führt seine Gäste in die Natur: Hinter 3 Sisters Adventure Trekking stehen Lucky, Dicky and Nicky Chhetri. Die drei Schwestern sind echte Pionierinnen als weibliche Trekking-Guides in Nepal. Seit 1994 gibt es ihr Unternehmen, das Frauen ermutigt als Guides in Nepal zu arbeiten. Ihre Agentur hat die Trekking-Industrie in Nepal verändert, indem sie sich für Gleichberechtigung und die Stärkung von Frauenrechten einsetzt, so das Urteil des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung. Gegründet wurde die Initiative mit dem Ziel, Übungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Frauen als Trekking-Guides zu ermöglichen. Dabei hat die Organisation Hunderten von Frauen dabei geholfen, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen und professionelle Talente zu entwickeln – in einem Bereich, der traditionell Männern vorbehalten war.
3 Sisters Adventure Trekking verbinde qualitativ hochwertige Trekking-Erlebnisse mit einer großen sozialen Mission, der Unterstützung von Frauen, urteilt die Jury. So würden
faire Arbeitsbedingungen geschaffen und eine nachhaltige Tourismusentwicklung gefördert.
Kontakt: https://www.3sistersadventuretrek.com
Wie Tourismus Gleichberechtigung schaffen kann
Claudia Mittenender, Geschäftsführerin des Studienkreises, hofft, dass die ausgezeichneten Initiativen nicht nur beweisen, wie Tourismus in Destinationen Gleichberechtigung, Selbstermächtigung und nachhaltige Entwicklung vorantreiben kann, sondern dass sie auch ähnliche Initiativen weltweit ermutigen.
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