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Bald weniger Ferienwohnungen am Gardasee? Diese Regel soll einen ganz anderen „Notstand“ verhindern

Gardasee

Bald weniger Ferienwohnungen am Gardasee? Diese Regel soll einen ganz anderen „Notstand“ verhindern

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    Dicht bebaute Uferzone in Malcesine: Immer mehr Wohnungen gehen in die Kurzzeitvermietung – bezahlbarer Wohnraum wird knapp.
    Dicht bebaute Uferzone in Malcesine: Immer mehr Wohnungen gehen in die Kurzzeitvermietung – bezahlbarer Wohnraum wird knapp. Foto: saiko3p, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Am Gardasee könnte sich für Ferienwohnungen bald etwas ändern. Eine Gemeinde greift jetzt in den Wohnungsmarkt ein – nicht mit Verboten, sondern mit einem finanziellen Anreiz. Der Hintergrund ist kein Rückgang der Touristen, sondern ein wachsendes Problem für Einheimische und Arbeitskräfte: In vielen Orten wird es zunehmend schwierig, überhaupt noch bezahlbare Wohnungen zu finden.

    Bald weniger Ferienwohnungen am Gardasee? Diese Regel soll einen ganz anderen „Notstand“ verhindern

    Die neue Maßnahme kommt aus der Gemeinde Malcesine am Ostufer des Gardasees. Dort hat der Gemeinderat beschlossen, die kommunale Immobiliensteuer „IMU“ deutlich zu senken, wenn Eigentümer ihre Wohnungen langfristig an Einwohner vermieten statt kurzfristig an Urlaubsgäste. Konkret wird die Steuer für entsprechende Immobilien um 44 Prozent reduziert. Voraussetzung ist ein in Italien üblicher Vier-plus-Vier-Jahres-Vertrag. Nach Angaben der Gemeinde soll die geringere Steuerbelastung die dauerhafte Vermietung wirtschaftlich attraktiver machen. Ziel ist es, dem dauerhaften Wegzug von Wohnraum in den Ferienmarkt entgegenzuwirken.

    Malcesine greift dabei an mehreren Stellen ein: Neben der Steuererleichterung hatte die Gemeinde zuvor Zuschüsse für langfristige Mietverträge eingeführt und die Kurtaxe für touristische Übernachtungen erhöht. Gleichzeitig wird geprüft, Institutionen einzubinden, die Vermieter bei möglichen Konflikten mit Mietern absichern sollen.

    Neue Steuerregel in Malcesine am Gardasee: Was könnte sie für Urlauber bedeuten?

    Kurzfristig ändert sich durch den Beschluss für Urlauber nichts: Die Gemeinde setzt ausschließlich auf finanzielle Anreize statt auf Verbote und wird keine „Quote“ für Ferienwohnungen oder Ferienhäuser einführen.

    Langfristig könnte sich das Angebot jedoch verschieben. Wenn Eigentümer die steuerliche Entlastung nutzen und Wohnungen dauerhaft vermieten, stünden entsprechend weniger Immobilien für touristische Kurzzeitbuchungen zur Verfügung. Die Tageszeitung Corriere della Sera, die das Thema aufbereitet hat, mahnt, dass das Angebot in beliebten Lagen knapper werden dürfte, während sich in Randbereichen wenig ändern könnte.

    Gleichzeitig betont die Verwaltung, dass der Tourismus als wirtschaftliche Grundlage mit der Maßnahme nicht infrage gestellt werde. Vielmehr gehe es darum, negative Nebenwirkungen von zu viel Tourismus für die örtliche Bevölkerung zu begrenzen.

    Wohnungsmangel am Gardasee: Mit diesem „Notstand“ kämpfen Anwohner

    Denn durch die höhere Rendite kurzfristiger Vermietungen werden immer mehr Wohnungen dem regulären Mietmarkt entzogen, wie auch die Lokalzeitung gardapost.it berichtet. Und das hat konkrete Folgen: Nach Angaben aus Malcesine finden unter anderem Lehrkräfte, Krankenhauspersonal, Beschäftigte im öffentlichen Dienst sowie Mitarbeitende im Tourismussektor selbst kaum noch bezahlbare Wohnungen vor Ort. Teilweise würden Stellen deshalb nicht angenommen werden.

    Hinzu kommt ein struktureller Wandel der Ortskerne. Viele Wohnungen stehen außerhalb der Saison leer, während die Zahl der festen Einwohner sinkt. Gemeinden berichten von historischen Zentren, die sich zunehmend in rein saisonale Ferienstandorte verwandeln.

    Der Wohnungsmangel hat damit längst Folgen, die über steigende Mieten hinausgehen und zunehmend das öffentliche Leben vor Ort betreffen. Ob das Modell aus Malcesine Schule macht und später auch in anderen Gardasee-Gemeinden umgesetzt wird, müssen nun die kommenden Monate und Jahre zeigen.

    Übrigens: Wer am Gardasee steigende Besucherzahlen oder knappen Wohnraum spürt, findet in der Nähe auch ruhigere Seen und Orte, die oft weniger bekannt sind, aber ebenso attraktiv sind. Beliebte Alternativen im Trentino sind etwa der Lago di Tenno oder der Ledrosee, der nur eine kurze Strecke nördlich von Riva del Garda entfernt liegt.

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