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Gardasee-Schiffe belasten die Umwelt: Diese Maßnahme soll den See schützen

Gardasee

Gardasee-Schiffe belasten die Umwelt: Diese Maßnahme soll den See schützen

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    Eine erneuerbare Diesel-Alternative soll die Schifffahrt auf dem Gardasee künftig weniger umweltschädlich machen.
    Eine erneuerbare Diesel-Alternative soll die Schifffahrt auf dem Gardasee künftig weniger umweltschädlich machen. Foto: janvier, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Wer Urlaub am Gardasee macht, kann nicht nur an Land so einiges entdecken – von hübschen Städtchen über ausgezeichnete Restaurants bis hin zu Wanderrouten durch die umliegende Natur. Auch vom Wasser aus lässt sich der größte See Italiens wunderbar im Rahmen einer Bootsfahrt erkunden. Der rege Schiffsverkehr belastet jedoch die Umwelt vor Ort. So tragen die zahlreichen Ausflugsboote auf dem Gardasee nicht nur zur Erosion der Uferlandschaft bei, sondern stoßen laut WWF Verona auch beachtliche Mengen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid aus, da sie häufig mit Verbrennermotoren betrieben werden. Für letzteres Problem ist nun allerdings eine Lösung in Aussicht. Auf drei norditalienischen Seen wurde ein neuer, umweltfreundlicherer Kraftstoff für die öffentliche Schifffahrt getestet – mit vielversprechenden Ergebnissen.

    Gardasee: Welcher neue Biokraftstoff für Schiffe wurde getestet?

    In einem großangelegten Pilotprojekt hat die staatliche Schifffahrtsgesellschaft Navigazione Laghi auf dem Gardasee, Comer See und Lago Maggiore Versuche mit einer nachhaltigen Kraftstoff-Alternative für Schiffsmotoren durchgeführt. Wie dem Projektbericht zu entnehmen ist, wurden dabei der Verbrauch, die Emissionen und die Leistung im Vergleich zum herkömmlichen, fossilen Dieselkraftstoff ermittelt.

    Der Biokraftstoff namens HVOlution wurde vom italienischen Mineralöl- und Energiekonzern Eni hergestellt und wird diesem zufolge vollständig aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen. Die Abkürzung HVO steht für Hydrotreated Vegetable Oil, also hydriertes Pflanzenöl. Für die Produktion werden laut ADAC ausschließlich Abfall- und Reststoffe wie pflanzliche Öle oder tierische Fette verwendet.

    Bereits seit Mai 2024 ist die nachhaltige Diesel-Alternative für Fahrzeuge im Straßenverkehr zugelassen und nach Angaben der Kampagne „HVO100 goes Germany“ europaweit an einer wachsenden Anzahl von Tankstellen verfügbar. Und auch im deutschen Schiffsverkehr wird HVO-Kraftstoff schon genutzt: Im Rahmen des Projekts „Klimafreundlicher Bodensee“ bieten mittlerweile drei Bootstankstellen am Bodensee den Biotreibstoff an, wie das Karlsruher Institut für Technologie berichtet.

    Neben der Umrüstung auf elektrisch betriebene Bootsmotoren ist die Nutzung alternativer, nachhaltiger Kraftstoffen nach Angaben des ADAC eine gefragte Maßnahme, um die Binnenschifffahrt klimaschonender zu gestalten. Ein großer Vorteil von HVO liege darin, dass er mit nahezu allen modernen Dieselmotoren kompatibel ist und auch viele ältere Modelle problemlos damit betankt werden können.

    Weniger Feinstaub und CO₂-Belastung dank Biokraftstoff für Gardasee-Schiffe

    Die Auswertung des Modellversuchs auf den drei italienischen Seen macht Hoffnung auf eine klimafreundliche Wende im Hinblick auf den Bootsverkehr in den beliebten Touristenregionen. Denn der erneuerbare Biokraftstoff verspricht eine bessere Umweltbilanz bei gleichbleibender Leistung. Das sind die Testergebnisse im Detail:

    • Aufgrund des niedrigeren Kohlenstoffgehalts und der verbesserten Verbrennung des HVO-Diesels verringerte sich der CO₂-Ausstoß eines Schiffs im Vergleich zum Betrieb mit fossilem Kraftstoff um 6,3 Prozent.
    • Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus des HVO, von der Herstellung bis zum Verbrauch, werden sogar bis zu 80 Prozent Kohlenstoffdioxid eingespart.
    • Zudem verursachte der Biokraftstoff eine um 24,2 Prozent niedrigere Feinstaubbelastung. Der Verbrauch ist mit dem von fossilem Diesel vergleichbar und es konnten keine Leistungseinbußen hinsichtlich des Antriebs festgestellt werden.

    Pietro Marrapodi, Regierungsbeauftragter der federführenden Gesellschaft Navigazione Laghi, hebt im Abschlussbericht des Pilotprojekts die vielversprechenden Potenziale des erneuerbaren Kraftstoffs hervor: „Die Daten bestätigen, dass HVO eine sofort umsetzbare Lösung im Bereich der öffentlichen Schifffahrt darstellt, die vollständig mit den vorhandenen Dieselmotoren kompatibel ist.“ Damit könne ein innovativer Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet werden, ohne bei der Effizienz der Schiffsflotte Abstriche machen zu müssen. Wann die ersten Boote mit dem Biokraftstoff auf dem Gardasee unterwegs sein sollen, ist derzeit (Stand November 2025) allerdings noch nicht bekannt.

    Übrigens: Vor Kurzem wurde ein rätselhaftes, großes Objekt in den Tiefen des Gardasees aufgespürt – erste Untersuchungen ergaben, dass es sich dabei womöglich um ein gekentertes Kriegsschiff handelt. Und tatsächlich ist es nicht das einzige Schiffswrack, das am Grund des Gardasees zu finden ist.

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