Inkontinenz ist ein weltweites Problem. Doch zu viele Betroffene scheuen einen Arztbesuch. Arztbesuch ermutigen. Dr. Joanna Eisenbach, Funktionsoberärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Wertachkliniken, informiert daher in einem Vortrag in Bobingen über die Ursachen und die medizinischen Möglichkeiten bei Stuhlinkontinenz.
Der Arztvortrag über das Tabu-Thema findet am Mittwoch, 22. Juni, ab 19.30 Uhr in der Singoldhalle in Bobingen statt. Veranstalter sind die Wertachkliniken, der Förderverein des Krankenhauses Bobingen und die örtliche Volkshochschule.
Dr. Eisenbach hat gute Gründe, für die Informationsveranstaltung: „Wir möchten Betroffenen zeigen, dass sehr gute Behandlungsmöglichkeiten existieren... Viele trauen sich leider nicht, mit diesem Problem zum Arzt zu gehen, dabei gibt es sehr gute Therapien, mit denen man die Lebensqualität deutlich verbessern kann.
Letztlich sei jede Inkontinenz ein Problem der Muskulatur. Die Ursachen können vielfältig sein. Und für alle, die sich in Schweigen hüllen, gelt, dass sie sich aus Scham immer mehr zurückziehen und am sozialen Leben außerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr teilhaben. „Aber das muss nicht sein. Es lohnt sich in jedem Fall, zum Arzt zu gehen,“ sagt die Expertin.
Das Wichtigste sei das erste ausführliche Gespräch, dann folgen verschiedene Untersuchungen und es wird ein Stuhltagebuch geführt, um die Wirksamkeit der Therapie zu beobachten. Zur konservativen Therapie gehört vor allem die Beckenbodengymnastik unter krankengymnastischer Anleitung mit täglichem, selbständigem Üben zuhause. Die Therapie kann auch mit einem Biofeedback-Gerät ergänzt werden, das den Erfolg optisch anzeigt. Wenn die Stuhlinkontinenz anatomische Ursachen hat oder aber der Patient trotz Training keine Verbesserung erreicht, gibt es auch operative Möglichkeiten, beispielsweise eine Nervenstimulation im Kreuzbeinbereich. (wido)