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Königsbrunn: Das Zeugnis ist nicht der Weg zum Superstar

Königsbrunn

Das Zeugnis ist nicht der Weg zum Superstar

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    Der Chor sang nicht nur, sondern hatte auch seine eigene Choreografie.
    Der Chor sang nicht nur, sondern hatte auch seine eigene Choreografie. Foto: Uwe Bolten

    Ein prominenter Besuch steht in Schwabmünchen an. Coco, der neueste Stern am Casting-Himmel, soll ein Konzert in der Stadt geben. Dazu erwartet sie einen Schülervertreter der Leonhard-Wagner-Mittelschule bei sich hinter der Bühne. Für den Direktor ist es selbstverständlich, dass nur das Mitglied der Schulfamilie mit den besten Zensuren dafür in Frage kommt und provoziert mit dieser Äußerung ein wahres Feuerwerk an Emotionen. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf.

    Wann ist jemand der Beste?

    Diese Rahmenhandlung, ganz auf die Gegebenheiten der hiesigen Schule angepasst, bildete den Inhalt des Schulmusicals „Coco Superstar“, das von rund 120 Mitwirkenden auf die Bretter der Stadthalle gebracht wurde. Ohne Bühnenbild, durch sich selbst wirkend, beschäftigte sich die eher vordergründige Geschichte schnell um Fragen wie: „Was heißt das schon: der Beste?“, „Sagt mein Zeugnis, wer ich bin und was ich kann?“, „Wer darf über mich entscheiden?“, „Und wenn ich nicht auffalle, heißt das dann, dass ich kein Talent habe?“. Auf der Suche nach einem Repräsentanten lieferten sich Naturwissenschaftler, Sportler, Sprachgenies und Künstler einen wortreichen Wettstreit, bei dem die Lehrer, um Harmonie bemüht, zu vermitteln versuchten.

    Mit eingängigen Liedern des Chores (Leitung Tina Wörle, Choreografie Isabel Straub), starker Schauspielleistung (Leitung Martina Hechemer) sowie beeindruckenden Tanzeinlagen, die in das ursprüngliche Stück integriert wurden, entwickelten die Akteure eine Identifikation mit der Geschichte, die im Publikum spürbar wurde. Belegt wurde dies durch häufigen Szenen-Applaus der rund 350 Besucher durch die gesamte Aufführung hinweg.

    „Ich bin total stolz auf die Kids. In den Proben habe ich manchmal gezweifelt, ob es hinhaut. Aber was heute geboten wurde, war einfach klasse“, sagte Tina Wörle, Lehrerin und Projektleiterin der Aufführung. Mahshid Ebrahimi, Mitglied der Tanzgruppe unter der Choreografie von Lana Barz, wirkte nach der Veranstaltung gelöst. „Am Anfang war ich sehr aufgeregt, da ich nicht sicher war, ob alles so funktioniert, wie wir es wollten. Die Begeisterung des Publikums zum Abschluss war ein sehr schönes Gefühl.“

    Ein Denkmal für den Hausmeister

    Christopher von Perbandt, der die Rolle des Schulleiters überzeugend auf die Bühne brachte, plauderte aus dem Vorfeld der Produktion: „Es war anfangs schon ein Aufwand, das Stück an unsere Schule anzupassen. Wir haben Passagen entfernt, Neues hineingearbeitet. Das Gefühl auf der Bühne hat mich einfach glücklich gemacht.“ Dem Schulhausmeister Armin Kraus wurde ein Denkmal gesetzt, in dem er im Musical durch eine sehenswert frische Leistung von Hannes Kreitmeir verkörpert wurde. Er scheute sich dabei auch nicht, zum Säubern des Saales die Ehrengäste in der ersten Stuhlreihe kurzzeitig von ihren Sitzen zu vertreiben. „Die Vorbereitungen waren spannend. Manchmal gab es ein wenig Streit um einzelne Teile. Aber wir haben uns immer zusammengefunden“, sagte er.

    Nicht nur das Publikum war restlos erfreut und dankte den Akteuren mit viel Beifall. Schulleiter Johannes Glaisner stand im Gespräch unmittelbar nach Ende der Veranstaltung immer noch im Bann der Leistung seiner Schüler. „Ich bin begeistert. Was auf Grund der Initiative von Petra Biermann-Stapff und Tina Wörle entstanden ist, kann ich noch nicht in Worte fassen. Mit solch einem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet“, sagte er voller Stolz über die Leistung seiner Schüler, die das Stück unter der Regie von Petra Biermann-Stapff der Öffentlichkeit präsentierten.

    Mehr Bilder dazu gibt es hier.

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