Untermeitingen „Was wollt Ihr mit so einer Ruine. Reißt es doch ab.“ Als Untermeitingen 1980 das ziemlich marode Haus Imhof vom bayerischen Staat überschrieben bekam, waren nicht alle Bürger mit der Schenkung einverstanden. Inzwischen hat sich das Blatt längst gewendet. Seit der fertigen Restaurierung des Hauses im Jahr 1986 ist es eines der markantesten Wahrzeichen der Gemeinde. Mit einer kleinen Ausstellung würdigte der Kunstkreis Lechfeld nun dieses Jubiläum.
„Das Haus Imhof ist ein wunderschönes Juwel geworden und entwickelt sich zum kulturellen Mittelpunkt unserer Gemeinde“, sagte Stella Roseto, die gemeinsam mit Marianne Grönninger den Kunstkreis leitet. Roseto dankte Bürgermeister Georg Klaußner für die „weise Entscheidung, das Haus damals sanieren zu lassen“.
Untergebracht ist dort die Gemeindebücherei, anfangs in drei Räumen im Erdgeschoss, inzwischen auf zwei Ebenen und mit mehr als verdreifachtem Bestand. Der Bürgersaal im Obergeschoss steht für Veranstaltungen verschiedenster Art zur Verfügung. Dort fand auch die Ausstellung „Das Haus Imhof 25 Jahre nach der Renovierung“ statt.
Eigentlich war diese als eine der Hauptattraktionen des Untermeitinger Bürgerfestes im Sommer geplant, das jedoch wetterbedingt abgesagt werden musste. Jetzt nun präsentierten die Künstlerinnen Heidi Brechenmacher, Perdita Schrenk, Stephanie Stiber und Dana Tenzler ihre Werke. In vier verschiedenen Techniken hatten sie das alte Haus gemalt.
Ihre Arbeiten wurden neben kleineren Kunstwerken während der Veranstaltung versteigert. Andreas Hornung glänzte dabei einmal wieder in der Rolle als Auktionator. Der Erlös kommt zu 80 Prozent der Grundschule Untermeitingen für die „AG Kunst“ für Materialeinkäufe zugute. Die Künstlerinnen sind in der Grundschule ehrenamtlich tätig.
Angefangen hatte der Abend mit einem Vortrag von Karl-Heinz Bersch. Er erzählte die Geschichte der Imhofs, der Fuggers und der Römerstraßen. Passend zum Thema lud Peter Daake zu einer Zeitreise durch die „historische Spielmannskunst“ ein. Mit verschiedenen Instrumenten „aus mancherley Zeyt“ wie etwa Krummhorn, Drehleier, Sackpfeifen oder Streichpsalter holte er ein zauberhaftes mittelalterliches Flair in den Bürgersaal.