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Bobingen

08.05.2019

Hilfe in den schwersten Zeiten des Lebens

Der frisch gewählte Vorstand der Hospizgruppe Bobingen um Vorsitzende Mirela Wollner (links) wurde um zwei Beisitzer erweitert.
Bild: Ingeborg Anderson

Die ökumenische Hospizgruppe steht in Bobingen Schwerkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen zur Seite. Damit hat sie immer mehr zu tun. Was ihre Helfer zu sagen haben, ist auch ein Thema an Grundschulen.

Die Nachfrage nach Begleitung in Trauerfällen durch den Ökumenischen Hospizverein ist in den 19 Jahren seines Bestehens enorm gestiegen. Was auf der einen Seite als schöner Erfolg gelten kann, geht auf der anderen mit einem ständig wachsendem Aufwand und neuen Herausforderungen einher. Das wurde sehr deutlich anlässlich der Jahreshauptversammlung, bei der die Vorsitzende Mirela Wollner sowohl Bilanz zog, als auch künftigen Aufgaben vorstellte: „Meine Arbeit hat sich sehr verändert“, konstatierte sie.

42 Fälle in einem Jahr

Das zeigte sich nicht nur im Rückblick auf das Jahr, sondern auch in den Einblicken in die aktuelle Hospizarbeit und in der Vorschau auf das kommende Jahr. So gab es im vergangenen Jahr 42 Begleitungen von Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen – insgesamt wurden dafür etwa 2 300 Stunden aufgebracht.

Hinzu kamen 170 Stunden an allgemeiner Beratungsarbeit sowie rund 240 Stunden Trauerberatung. Vom erhöhten Aufwand zeugen 11 300 gefahrene Kilometer, die nur das Hospizauto betreffen, nicht die zusätzlich in Privatautos gefahrenen Kilometer.

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Zu den ehrenamtlichen Hospizbegleitern kamen durch die Zusammenarbeit mit Palliative Care professionelle Kräfte dazu. Außerdem Kurse und Vorträge und die ständige Suche nach Sponsoren, berichtet Wollner. Das alles zieht einen erhöhten Verwaltungsaufwand nach sich, der sich unter anderem darin äußert, dass die Bilanzen in die Hände eines Steuerberaters gelegt wurden. Im Vorjahr löste sich die Gruppe außerdem von der Trägerschaft des Caritas-Verbandes und ist nun eigenständig.

Noch ganz frisch ist die Freude über ein neues Büro. In einer Aktion, die die Mitglieder erst kürzlich gemeinsam erfolgreich gestemmt haben zog die Hospizgruppe in größere Räumlichkeiten in der Gutenbergstraße.

Ein Schmetterlingsgrab für Ungeborene

Zwei Projekte sind es, in die das Herzblut der aktiven Mitglieder aktuell einfließt: das Schmetterlingsgrab auf dem städtischen Friedhof und die Aktion „Hospiz macht Schule“, bei der Mitarbeiter eine Woche lang zum Thema Sterben mit Grundschülern arbeiten. Für die Schmetterlingsgrab-Eltern hat Mirela Wollner eigens eine Trauergruppe gegründet, die sich regelmäßig trifft.

Bei den Neuwahlen im evangelischen Gemeindehaus blieb der neue Vorstand im Wesentlichen der alte: Mirela Wollner ist weiterhin Vorsitzende. Schriftführerin bleibt Sabine Rossmeisel und die Kasse liegt in den Händen von Margret Göllner. Die bisherige zweite Vorsitzende Waltraud Gewitsch wechselte zur Funktion der Beisitzerin – an ihrer Stelle wurde Ursula Panse zur Stellvertreterin gewählt. Waltraud Gewitsch teilt sich jetzt mit Ilke Ehrhard, Luz Fatima Ocampo, Ivanna Heissler und Brigitte Lenzenhuber die Funktion einer Beisitzerin. Dr. Carsten Oetzel, der zwei Amtsperioden als Beisitzer fungierte, scheidet aus dem Vorstand aus.

Was die Entwicklung des Vereins für seine Mitglieder, die ehrenamtlichen Hospizhelfer und die Unterstützer als auch für Betroffene bedeutet, fasst Mirela Wollner zusammen: „Die letzte Zeit des Lebens ist eine besondere, oft sehr schwierige Zeit. Da ist es hilfreich, wenn Begleiter versuchen, ein Leben bis zuletzt zu ermöglichen.“

Das Büro an der Gutenbergstraße 6 ist besetzt von Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr. Telefon: 08234/ 9986457. E-Mail: mail@hospizgruppe-bobingen.de. Informationen auch auf Facebook.

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