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Königsbrunn: Königsbrunns Stadtrat vertagt Entscheidung über Luftfilterkauf

Königsbrunn

Königsbrunns Stadtrat vertagt Entscheidung über Luftfilterkauf

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    Bekommen die Königsbrunner Klassenzimmer Luftfilter? Der Stadtrat sieht zu viele offene Fragen für einen Kauf.
    Bekommen die Königsbrunner Klassenzimmer Luftfilter? Der Stadtrat sieht zu viele offene Fragen für einen Kauf. Foto: Hauke-Christian Dittrich, dpa (Symbolbild)

    Wie stellen wir sicher, dass Schulen und Kitas im Herbst und Winter offen bleiben können? Das fragten sich die Königsbrunner Stadträte bei ihrer aktuellen Sitzung. Beraten wurde über die Anschaffung von Luftfiltersystemen für Klassenzimmer und Gruppenräume. Für die Aufrüstung der Technik gibt es Förderprogramm von Bund und Land. Doch in allen Fällen bleiben der Stadt nicht nur enorme Kosten, sondern auch eine Menge offene Fragen.

    Die wichtigste Frage war für alle Redner: Kann die Stadt mit dem Kauf der Luftfilter sicherstellen, dass Schulen und Kitas nicht wieder geschlossen werden müssen? Eine Antwort darauf gibt es nicht, sagte Bürgermeister Franz Feigl: "Es ist weiterhin nicht geklärt, ob damit auch nur ein einziger Tag länger Präsenzunterricht stattfinden kann." Überhaupt sei ein Mehrwert der Geräte derzeit nicht erkennbar. Sie entbinden nicht von der Pflicht, regelmäßig zu lüften. Ebenso bleibe es bei den Corona-Tests und dabei, dass bei einem positiven Ergebnis die ganze Klasse in Quarantäne müsse.

    Welche Filteranlagen sollen es in Königsbrunn sein?

    Eine weitere offene Frage: Sollte man sich für einen Kauf entscheiden, welches Modell schafft man an? Denn die bayerische Förderrichtlinie macht diese Entscheidung kompliziert. Dort wird verlangt, dass pro Klassenzimmer mindestens 900 Kubikmeter Luft pro Stunde gefiltert werden müssen. Sonst gibt es keinen Zuschuss beim Kauf. Um dies zu erfüllen, müsste man pro Raum je nach Modell zwischen einem und acht Geräten aufstellen.

    An den Grund- und Mittelschulen gibt es 107 Klassen- und Fachräume, dazu kommen neun in den Horten und 52 Gruppenräume in den Kitas, sagte Ursula Bué vom Bauamt. Würde man diese alle ausrüsten, läge der Eigenanteil der Stadt im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich. Hinzu kämen jährlich Wartungskosten zwischen 450 bis 750 pro Gerät sowie die Stromkosten. Immerhin haben die Vor-Untersuchungen gezeigt, dass die Stromnetze an den Schulen ausreichen, um die Geräte und die normale Technik zu versorgen. Finanzieren kann die Stadt die Anschaffung angesichts der angespannten Haushaltslage in diesem Jahr nur über einen Kredit. Sehr viel Geld für so unklare Perspektiven - da waren sich die Räte einig.

    Stadt Königsbrunn testet UV-C-Filter in einer Grundschule

    Hinzu kommt, dass es für die bevorzugten Filtergeräte derzeit noch gar keine Fördermittel gibt. Die Stadt testet in der Grundschule West derzeit sogenannte UV-C-Geräte, die Viren und Bakterien mithilfe von bestimmten UV-Strahlen unschädlich machen. Die Technik komme bei den Lehrern gut an, sagte der Bürgermeister: Einmal sei sie deutlich leiser als die Filtermaschinen und die Geräte können an der Decke montiert werden, sodass sie den Schülerinnen und Schülern keinen Platz wegnehmen. Der Hersteller sei in Gesprächen mit der Politik, um eine Änderung der Richtlinie zu erreichen, sagte Ursula Bué.

    Stadträte und Bürgermeister standen so ähnlich konsterniert vor der Faktenlage. Auch der Blick auf andere Kommunen hilft nicht weiter. Die Stadt Augsburg rüstet alle Zimmer der Klassenstufen mit Filtertechnik aus, wo die Kinder sich nicht impfen lassen können. Der Landkreis Augsburg entschloss sich am Donnerstag, 600 Geräte für Gymnasien und Realschulen zu beschaffen. Doch viele Gemeinden und Landkreise im Umland sind nicht bereit, ohne Garantien große Ausgaben zu tätigen.

    Die Königsbrunner wollen nun ermitteln, welche Räume unbedingt technisch aufgerüstet werden müssen. Das Bundesumweltamt hat ermittelt, dass der Einbau nur in Räumen sinnvoll sei, bei denen sich die Fenster nicht vollständig öffnen lassen. Dabei soll geklärt werden, ob das moderne System der runderneuerten Grundschulen Nord und Süd bereits ausreicht. Sollten aus Berlin oder München Antworten auf die offenen Fragen kommen, könnte schon Ende August der Ferienausschuss zusammentreten und reagieren.

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