Trotz anhaltender Niedrigzinsphase, schwankenden Aktienmärkten und politischer Unsicherheit will die Raiffeisenbank Stauden weiter ein verlässlicher Partner in der Region bleiben. Das vergangene Jahr wurde zwar erfolgreich gestaltet, doch die Zukunft wirft ihre Schatten voraus. Vorstandsvorsitzender Walter Knoll wird zum Jahresende in den Ruhestand gehen, die Geschäftsstellen in Mittelneufnach und Mickhausen werden grundlegend renoviert und drei kleinere Zahlstellen in den nächsten Monaten geschlossen.
Gegen Ende seiner Eröffnungsrede fasste Vorstandsvorsitzender Walter Knoll die derzeitige Situation von Banken so zusammen: "Wir leben in einer Welt des ständigen Wandels. Davon werden auch die Anforderungen der Kunden und Mitglieder an uns geprägt. Das bedeutet für unseren künftigen Erfolg und unsere Stabilität, dass wir nicht auf der Stelle verharren dürfen“. Die Raiffeisenbank Stauden müsse demnach „omnikanalfähig“ sein, also sowohl in der Filiale als auch im Online Banking alles bieten. Die Staudenbank könne dies zusammen mit ihren Verbundpartnern hervorragend darstellen und dem Kunden somit alles bieten, was von einer modernen Bank gefordert wird.
Raiffeisenbank Stauden legt gute Zahlen vor
Gut waren die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018. Die Bilanzsumme stieg um 3,3 Millionen auf 239,5 Mio. Euro. Das gesamte Kundenanlagevolumen inklusive den Anlagen bei den Verbundunternehmen Allianz, Union Investment und der Bausparkasse Schwäbisch Hall wurde um elf Million auf insgesamt 313 Millionen Euro gesteigert. Die Ausleihungen nahmen 2018 um 1,16 Prozent auf 106 Million Euro zu. Das Eigenkapital beläuft sich auf knapp 23,4 Mio. Euro und ist laut Knoll weiterhin überdurchschnittlich hoch.
Gut 18000 Euro an Spenden wurden an Vereine und Organisationen in der Region ausgeschüttet. Die Bank erwirtschaftete schließlich einen Jahresüberschuss von 291000 Euro. Die Dividende betrug unverändert fünf Prozent.
Im Anschluss verlas Aufsichtsratsvorsitzender Michael Wiblishauser den Bericht der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung. Einstimmig wurden danach Vorstand und Aufsichtsrat von den anwesenden 109 Vertretern entlastet. Die Aufsichtsräte Georg Reiter und Konrad Kraus standen turnusmäßig zur Wiederwahl an und wurden ebenfalls einstimmig im Amt bestätigt.
Aretsried, Scherstetten und Waldberg verlieren ihre Geschäftsstellen
Vorstandsmitglied Thomas Walter ging nach seinem allgemeinen wirtschaftlichen Bericht noch auf die Veränderungen bei der Bank ein. Unpopulär, aber aufgrund der stetig steigenden Kosten leider unumgänglich, sieht er dabei die Schließungen der drei Geschäftsstellen in Aretsried, Scherstetten und Waldberg in den nächsten Monaten. Die Gründe hierfür wurden den Kunden auch schon bei den Ortsversammlungen im Frühjahr erklärt. Trotzdem bietet die Raiffeisenbank Stauden nach wie vor mit fünf Zweigstellen im Geschäftsgebiet ein gutes und nahes Filialnetz für ihre Kunden. Und dieses wird sogar noch aufgewertet: Die Geschäftsstellen in Mittelneufnach und Mickhausen werden in Kürze auf den neuesten Stand gebracht. In der jeweils circa dreimonatigen Umbauphase müssen die beiden Geschäftsstellen aber geschlossen bleiben.
Und noch eine Neuerung kommt auf die Kunden zu: Walter Knoll wird sich zum Jahresende in den Ruhestand verabschieden. Der derzeitige Prokurist Dominic Lauter wird dann ab dem kommenden Jahr den Vorstandsposten übernehmen.