Wer an der Holzheystraße entlang läuft, kann die fertige neue ziegelrote Friedhofsmauer bereits sehen. Am Nordeingang zieren Glaskunstwerke die Säulen. An der Hochfeldstraße laufen die Arbeiten noch: Ein Bagger steht am Osteingang, palettenweise Steine und Werkzeug stehen neben der Aussegnungshalle. Diese Arbeiten sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Dann geht die Sanierung des Schwabmünchner Friedhofs in die nächste Runde. Kommendes Jahr steht der dritte Bauabschnitt an. Landschaftsarchitekt Reinhard Baldauf gab in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses einen Überblick über die noch anstehenden Arbeiten.
Friedhof bekommt neuen Eingang
Der Mauerabschnitt im Westen bei der evangelischen Kirche wird 2019 erneuert. Der Friedhof bekommt dort zudem einen neuen Eingang und einen öffentlichen Weg vom Bürgermeister-Bittinger-Weg her. Damit ist der Friedhof künftig von drei Seiten aus begehbar. Die dortige Wertstoffsammelstelle wird zurückgebaut und neben dem Toilettengebäude neu errichtet.
Anstatt die alte Mauer auf der Südseite abzureisen und dort einen Efeuzaun zu installieren, wie Baldauf vorschlug, sprachen sich die Bauausschussmitglieder dafür aus, die Mauer stehen zu lassen, sie grob zu sanieren und optisch aufzuhübschen. Denn Gabriele Huber fürchtete, dass der Efeu überhandnehmen könnte und zu pflegeintensiv sei. Ein Rückschnitt der Pflanzen würde zudem jedes Jahr aufs Neue Kosten verursachen.
Die Wasserschöpfbecken werden ebenfalls erneuert. Und die Wege bekommen einen neuen Belag. An den Eingängen, am Vorplatz, an der Kapelle und rund um die Brunnen sind Granitpflastersteine vorgesehen, auf den Hauptwegen eine Bitumen-Asphaltdecke und auf den Nebenwegen eine so bezeichnete wassergebundene Wegedecke, also ein Schotterweg mit wenig und sehr feinkörnigem Schotter. Die jetzigen gekiesten Wege bereiten vor allem Rollstuhlfahrern und Fußgängern mit Rollator Probleme, da die Reifen zu tief in den Boden einsinken, wenn viel Kies liegt. Das soll künftig mit dem neuen Bodenbelag nicht mehr passieren. In den kommenden Monaten erfolgt die Ausschreibung, im Juni sollen die Bauarbeiten beginnen und im November abgeschlossen sein. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich etwa auf 450000 Euro.
Bürgermeister baut abgebranntes Haus wieder auf
Weitere Themen der Sitzung:
Wohnhaus Bürgermeister Lorenz Müller und seine Familie bauen ihr im Mai abgebranntes Wohnhaus mit Stallungen wieder auf. Es wird wie gehabt ein Haus im schwäbischen Stil mit Pferdestall. Ein entsprechender Antrag lag im Ausschuss vor. Zweiter Bürgermeister Hans Nebauer übernahm wegen der persönlichen Befangenheit von Müller diesen Tagesordnungspunkt und ließ abstimmen. Nach dem einstimmigen Beschluss sagte Müller: „Es wird dasselbe Haus, an derselben Stelle, nur hoffentlich hält es diesmal lange.“
Chorregentenhaus soll abgerissen werden
Chorregentenhaus Der Ausschuss bearbeitete eine Bauvoranfrage der Kirche. Das Chorregentenhaus bei der Michaelskirche soll abgerissen werden. Es hat statische Probleme. „Es steht zwar nicht unter Denkmalschutz, ist aber sehr ortsbildprägend“, so der Bürgermeister. Die Caritas möchte dort einen Neubau errichten, eine Tagesstätte für seelische Gesundheit und Beratungsräume. Das neue Haus wäre in etwa so groß wie das alte. Die Maße weichen nur minimal ab. Das Haus soll barrierefrei werden und es würde sich trotz einiger moderner Elemente gut in die Umgebung einfügen, erklärte Bauamtsleiter Stefan Michelfeit die Pläne. „Die Architekten haben sich wirklich Mühe gegeben“, versichert Müller.
Energiekarawane Zum vierten Mal zog dieses Jahr die Energiekarawane durch die Stadt. Die Energieberaterin des Landkreises, Margit Spöttle, zog Bilanz. Die Berater motivieren Hauseigentümer, ihr Heim energetisch zu sanieren und zeigen auf, wo es Fördermittel für diese Maßnahmen gibt. Kommendes Jahr werden die Berater im Gebiet Feldgießgraben und Singold unterwegs sein. In Schwabmünchen läuft das Projekt sehr erfolgreich. Mit einer Beratungsquote von rund 50 Prozent liege man bundesweit an der Spitze, so Spöttle. Von den Hauseigentümern, die sich beraten lassen, ergreifen auch rund 60 Prozent eine „Folgemaßnahme“ – investieren also in die energetische Sanierung. Das können recht einfache Dinge sein, wie der Einsatz von LED-Leuchten, aber auch größere Arbeiten wie eine Fassadendämmung oder der Einbau einer neuen Heizung. Der Bauausschuss stimmte zu, die Energiekarawane weiter zu führen.
Festplatz Ein Teil des Festplatzes ist nun als öffentlicher Parkplatz für Autos und Omnibusse gewidmet worden. Damit kann er nicht mehr bebaut werden. Mit dieser Maßnahme hofft die Stadt, nun endlich die Baugenehmigung des Landratsamtes für die Sanierung des alten Rathauses zu bekommen. Ein Lärmschutzgutachten und viel Bürokratie haben das bislang verhindert.