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Schwabmünchen: Wertachau wird Vorbild für das Energiesystem

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Wertachau wird Vorbild für das Energiesystem

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    Neue Technik im Haushalt: Projektleiter Roland Dölzer nahm 2014  in der Wertachau von Schwabmünchen  den Smart-Operator in Betrieb, der zum Beispiel  Waschmaschinen dann startet, wenn viel Strom im Netz ist. Die Erfahrungen sollen nun deutschlandweit genutzt werden.
    Neue Technik im Haushalt: Projektleiter Roland Dölzer nahm 2014  in der Wertachau von Schwabmünchen  den Smart-Operator in Betrieb, der zum Beispiel  Waschmaschinen dann startet, wenn viel Strom im Netz ist. Die Erfahrungen sollen nun deutschlandweit genutzt werden. Foto: Pitt Schurian

    Das deutschlandweit wegweisende Pilotprojekt „Smart Operator – das intelligente Stromnetz“ in der Siedlung Wertachau – wurde zum 31. Dezember abgeschlossen. Zweieinhalb Jahre lang steuerte eine intelligente Schalteinheit, der sogenannte Smart Operator, zentrale Komponenten im Ortsnetz sowie intelligente Geräte in den Haushalten über eine eigens dafür ausgebaute Infrastruktur.

    Das Konzept: Der Strom von den Photovoltaikanlagen in der Wertachau bei Schwabmünchen bleibt seit Sommer 2014 zu einem großen Teil gleich in der Siedlung. Bevorzugt dann, wenn dort viel Sonnenstrom anfällt, beginnen Waschmaschinen oder Wäschetrockner ihre Arbeit. Auch Wärmepumpen, Batteriespeicher oder Ladestationen von Elektromobilen schalten sich bevorzugt dann ein, wenn viel Strom zur Verfügung steht.

    Intelligentes Stromnetz in 115 Haushalten

    Dafür sorgt ein intelligentes Stromnetz. Entsprechende Schaltmodule wurden nach zweijähriger Vorarbeit und Planung in 115 Haushalten eingebaut. Per Glasfaser wurden sie mit dem sogenannten Smart-Operator verbunden, einem Computer im Umspannwerk Schwabmünchen. Viele Familien haben sich schrittweise mit neuen Haushaltsgeräten ausgestattet, die diese Technik nutzen.

    Damit wollen die Lechwerke (LEW) in einem Feldversuch testen, wie der dezentral durch regenerative Energiequellen produzierte Strom möglichst nah genutzt werden kann, ohne das Leitungsnetz mit zu großen Wechseln von großen Stromerträgen an hellen Sonnentagen und großen Verbrauchsmengen abends oder nachts zu belasten.

    Abschlussbericht soll in diesem Jahr vorgestellt werden

    Ziel ist ein Gleichgewicht von Verbrauch und lokaler Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien durch besser aufeinander abgestimmte Technik zu erreichen. „In der Perspektive kann intelligente Technologie damit einen Beitrag leisten, um Netzausbau zu begrenzen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Lechwerke.

    In den nächsten Wochen werden die im Projekt gewonnenen Daten ausgewertet und dann wird ein Abschlussbericht erstellt. Dieser soll noch in der ersten Jahreshälfte 2017 vorgestellt werden. „Schon jetzt zeigt sich: Ortsnetze können so viel, wenn wir sie intelligent einsetzen“, sagt Roland Dölzer, Projektleiter bei LEW für das Smart-Operator-Projekt.

    Ziel sei es, den notwendigen Netzausbau so effizient wie möglich zu gestalten. Bereits die ersten Auswertungen für den Zwischenbericht im Oktober 2015 hätten gezeigt, dass beispielsweise die Spannungshaltung – eine grundlegende Systemdienstleistung eines Netzbetreibers – durch die Smart-Operator-Steuerung hervorragend funktioniere.

    Intelligente Technik steckt nicht nur im Netz

    Weil die Smart-Operator-Steuerung Stromverbrauch in Zeiten verschiebt, in denen die Photovoltaikanlagen der Siedlung viel Strom erzeugen, konnte die Aufnahmekapazität für Photovoltaikstrom im bestehenden Ortsnetz erhöht werden, ohne, dass es dafür zusätzlich ausgebaut werden musste, so die LEW.

    Bei den Auswertungen für den Abschlussbericht sollen vor allem die Flexibilitäten beim Stromverbrauch, die die Haushalte dem Netzbetreiber zur Verfügung gestellt haben, unter verschiedenen Gesichtspunkten bewertet werden: aus technischer, wirtschaftlicher und netzdienlicher beziehungsweise energievertriebsdienlicher Sicht. In den Abschlussbericht fließen auch Erkenntnisse aus den beiden anderen Smart-Operator-Projekten in den rheinland-pfälzischen Kommunen Wincheringen und Kisselbach ein. Dort wurde die Smart-Operator-Steuerung mit Bausteinen im Ortsnetz, ohne Einbeziehung intelligenter Geräte in Haushalten, untersucht. Im Unterschied zur Wertachau: Dort galt das Ziel: „Die intelligente Technik steckt nicht nur im Netz, sondern auch in den Haushalten“, so Projektleiter Roland Dölzer.

    Und Stefan Willing, Leiter des Smart-Operator-Projekts beim Verteilnetzbetreiber Innogy, erläutert: „Wir haben hier Neuland betreten und bewiesen, dass so ein ehrgeiziges Vorhaben in die Praxis umgesetzt werden kann“. Nun wolle man Erkenntnisse und Technologie aus dem Projekt dazu einsetzen, den Umbau des Energiesystems in Deutschland voranzutreiben. (pit)

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