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Oberottmarshausen

16.04.2018

Spezialtransport: noch größer, schwerer, schneller

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2 Bilder
Fast wirkt es so, als ob der 235 Tonnen schwere Transformator spielend leicht über die Straßen Oberottmarshausens schwebt.
Bild: Michael Lindner

Erneut ist das Umspannwerk in Oberottmarshausen das Ziel. Die Ladung ist ein 235 Tonnen schwerer Transformator. Bei der Reise kracht es gleich zu Beginn.

Für die Menschen in Oberottmarshausen sind Schwertransporte durch ihre Gemeinde nichts Außergewöhnliches. Immer wieder werden riesige Transformatoren vom örtlichen Bahnhof über die Bahnhofstraße, Hauptstraße und Wehringer Straße in das nur rund 1,3 Kilometer entfernte Umspannwerk gebracht; so auch am Montangmittag. Für manch andere hingegen ist es ein Schauspiel, das sich in Oberottmarshausen ereignet. Ein Lkw-Fahrer, der wegen der kurzzeitigen Straßensperrung nicht weiterfahren kann, hüpft geschwind aus seinem Fahrzeug, macht ein paar Fotos und zieht sich in die Fahrerkabine zurück. Sein 7,5-Tonner wirkt im Vergleich zu dem Schwertransport geradezu wie ein Spielzeug.

65 Meter lang, 480 Tonnen schwer

Der am Montag transportierte, etwa zehn Meter lange Transformator wiegt alleine rund 235 Tonnen und wurde durch zwei Zugmaschinen befördert. Die Ausmaße der gesamten Straßentransporteinheit sind beeindruckend: 3,50 Meter breit, 5,30 Meter hoch, 65 Meter lang und insgesamt 480 Tonnen schwer. Mit diesen Zahlen stellte der Transport den erst vor zwei Monaten angelieferten Phasenschieber deutlich in den Schatten. Zum Vergleich: Dieser war mit 44 Metern deutlich kürzer und wog „nur“ 441 Tonnen. Während dieses „Leichtgewicht“ für die Strecke fast 45 Minuten benötigte, ging es gestern deutlich schneller. Nach nicht einmal 15 Minuten war das Ziel, die 1962 erbaute Umspannanlage, erreicht.

Bereits kurz nach dem Start gab es eine Schrecksekunde für alle Beteiligten: Der Schwertransport bog gerade von der Bahnhofstraße in die Hauptstraße ab, als es laut krachte. Ein kurzer Blick verriet: Die Messanlage am Ortseingang Oberottmarshausens war im Weg und wird so schnell keine Geschwindigkeit mehr anzeigen, das steht nach dem Zusammenstoß fest. Bei diesem einen kleinen Missgeschick blieb es dann aber.

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Energiewende machen Spezialtransporte notwendig

Dieser zweite Schwertransport innerhalb von wenigen Wochen war notwendig, um den neuen rotierenden Phasenschieber, der am 13. Februar in Oberottmarshausen ankam, mit dem Netz zu verbinden. Hintergrund der Transporte ist unter anderem die Energiewende und die geplante Abschaltung des Kernkraftwerks Gundremmingen spätestens zum Ende des Jahres 2021. Damit die erforderliche Spannung im regionalen Stromnetz gehalten werden kann, baut Amprion in Oberottmarshausen den rotierenden Phasenschieber ein. Dieser wird mit dem Stromnetz verbunden und erzeugt die für die Spannungshaltung erforderliche Blindleistung. Ein regelbarer, rotierender Phasenschieber ist dabei eine besonders flexible Form der Kompensation: Je nach Bedarf kann er die Spannung im Netz anheben oder senken. „Wir liegen sehr gut im Zeitplan“, sagt Ingenieur Stephan Wittner, der bei Amprion für die Realisierung des Phasenschiebers zuständig ist, und fügt hinzu: „Wenn alles rund läuft, können wir im Sommer in den Probebetrieb gehen.“

Ebenso wie für die Lechwerke, spielt auch für den Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion die Umspannanlage Oberottmarshausen eine wichtige Rolle. Der südliche Teil der Anlage wird von Amprion betrieben. Er ist die Schnittstelle zwischen dem europäischen 380 KV-Stromnetz und den Regionalnetzen. Den nördlichen Teil der Anlage betreiben die Lechwerke.

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